Sehbehindertentag: 2022: Sehbehindertengottesdienst am Pfingsmontag

Eine Frau Mitte 20 sitzt in einer Kirchenbank und lächelt in die Kamera, in einer Hand eine Leuchtlupe, in der anderen eine Bibel. Sie hat langes, dunkelblondes Haar mit rötlichen Strähnchen und trägt große Ohrringe.

Foto: © DBSV/Friese

Anlässlich des diesjährigen Sehbehindertentags findet am Pfingstmontag den 6. Juni, um 11 Uhr ein Sehbehindertengottesdienst in der Hauptkirche St. Jacobi statt. Der BSVH organisiert diesen gemeinsam mit der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der Nordkirche, der Gemeinschaft der Hamburger Hauptkirchen und Pastor Bernd Lohse, der den Gottesdienst leiten wird.

Menschen mit Seheinschränkungen sind in den gesamten Ablauf des Gottesdienstes eingebunden. Dagmar Holtmann, Diakonin der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge hält die Lesung in Brailleschrift. Ihr Mann, Udo Holtmann, hält gemeinsam mit Pastor Lohse eine Dialogpredigt. Die blinde Sängerin Katharina Friese begleitet den Gottesdienst musikalisch.

Auch inhaltlich macht der Gottesdienst auf das Thema Sehbehinderung aufmerksam. Pastor Lohse und Udo Holtmann greifen in ihrer Dialogpredigt die Apostelgeschichte 9 aufgreifen, in der der Apostel Paulus durch ein helles Licht geblendet und später bekehrt wird. Auch an anderen Bibelstellen lassen darauf schließen, dass er mit einer Seheinschränkung lebte.

Sehende Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden eingeladen, mit Simulationsbrillen ihre Perspektive zu wechseln und sich während des Gottesdienstes in die Situation eines Menschen mit Sehbehinderung zu versetzen. Gottesdienstes stehen in Großdruck und Brailleschrift zur Verfügung. Der BSVH ist mit einem Infostand vor Ort, um die Gemeinde im Anschluss an den Gottesdienst eingehender zu informieren.

Wir laden Alle sehr herzlich ein, gemeinsam mit Angehörigen und Verwandten am Gottesdienst teilzunehmen, um möglichst viele Menschen für die Belange sehbehinderter Menschen zu sensibilisieren und einen Impuls für mehr Barrierefreiheit und Inklusion in der kirchlichen Arbeit zu geben.

Die Hauptkirche St. Jacobi befindet sich in der Innenstadt in der Nähe der Mönckebergstraße, Jakobikirchhof 22. Sie erreichen sie mit der U3, Haltestelle Mönckebergstraße sowie mit den Bussen der Linien 6, 16, 17, X35 und X80, Haltestelle Jakobikirchhof.

Begleitung zur Hauptkirche St. Jacobi

Bei Bedarf holen Sie Helferinnen und Helfer an der Bushaltestelle (Haltestelle Jakobikirchhof) oder dem U-Bahnsteig (Haltestelle Mönckebergstraße) ab. Wenden Sie sich dazu bitte an Melanie Wölwer, Tel. (040) 209 404 29.

Ablauf Gottesdienst

  • Orgelvorspiel
  • Begrüßung mit Votum
  • Lied "Schmückt das Fest mit Maien" (EG 135, 1-4)
  • Psalm 118, 24-29 (Dagmar Holtmann / Pastor Lohse im Wechsel)
  • Gloria Patri, Kyrie und Gloria in Excelsis (Audioversion)
  • Tagesgebet
  • Gesang (Katharina Friese)
  • Lesung des Evangeliums: Johannes 20, 19-22 (Anne-Maria Schaaf)
  • Glaubensbekenntnis (Audioversion)
  • Lied "Strahlen breche viele" (EG 268, 1-4)
  • Lesung Predigttext: apg. 9,1-22 (Hans-Joachim Heindenreich)
  • Dialog-Predigt (Udo Holtmann / Pastor Bernd Lohse)
  • Gesang Katharina Friese
  • Ankündigungen
  • Lied "O komm, du Geist der Wahrheit" (EG 136, 1.4.7)
  • Fürbitten
  • Stille
  • Vater Unser
  • Lied "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes" (EG 132)
  • Entsendung
  • Segen
  • Orgelnachspiel

Texte der Lieder und Gebete (PDF)

Die Texte der Lieder und Gebete können auch im Blindeninformationszentrum (BLIZ) bei Norbert Antlitz in Großdruck oder Punktschrift unter Tel. (040) 209 404 22 oder Mail: n.antlitz@bsvh.org bestellt werden.

Kirchenführung per Audioguide

Im Anschluss an den Gottesdienst haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, eine Kirchenführung per Audioguide zu erleben. Dazu werden alle Interessierten gebeten, sich vor der 1. Stufe zum Altar zu versammeln. Darüber hinaus stehen auch einige Exemplare der Audioführungen zum Mitnehmen und späteren Nachhören zur Verfügung.

Erklärfilm "Sehbehinderung im Kirchenalltag"

Sehbehinderungen wirken sich ganz unterschiedlich aus – das möchten wir mit diesem kurzen Film zeigen und so vermeiden, dass es im Umgang mit sehbehinderten Menschen zu Missverständnissen kommt.

Entstanden ist der Film im Rahmen des Projektes „Sehbehindertensonntag 2022“, einer bundesweiten Kooperation der folgenden Partner:

  • Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV)
  • Deutsche Bischofskonferenz
  • Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
  • Dachverband der ev. Blinden- und Sehbehindertenseelsorge (DeBeSS)
  • Deutsches Katholisches Blindenwerk e.V. (DKBW)

Der Film wurde gefördert durch die Aktion Mensch.

Infos zum Stil des Films

Legefilm: Vor einem weißen Hintergrund werden Fotos, Zeichnungen und Folien von einer Hand ins Bild hinein und hinaus geschoben.

Die untere Bildebene bilden verschiedene Kirchenfotos: eine Backsteinfassade mit Eingangstor, ein Teil eines Kirchenschiffs, dunkle Bankreihen mit Blick auf den Altar, ein Mittelgang, ein Altarbereich, der in dunklem Holz gehalten ist.

Im Comicstil gezeichnete Elemente, die über die Fotos gelegt werden, vermitteln unterschiedliche Szenen: eine Gruppe von Menschen vor der Kirche, eine Liedtafel an einer Säule, ein aufgeklapptes Gesangbuch, daneben ein Klingelbeutel.

Über die Fotos und Illustrationen gelegte Folien simulieren die Auswirkungen der verschiedenen Sehbehinderungen. Eine Folie hat einen grauen Farbfleck in der Mitte und vermittelt den Seheindruck bei einer Störung des zentralen, scharfen Sehens. Eine andere Folie ist mit Sprühfarbe an den Rändern undurchsichtig gemacht worden. Nur in der Mitte bleibt ein durchsichtiger Bereich, so dass man den Eindruck eines Tunnelblicks bekommt. Milchglasfolie veranschaulicht das unscharfe Sehen, ein überbelichtetes Bild die Blendempfindlichkeit.