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Winterwetter verschärft Gefahrenlage für blinde und sehbehinderte Menschen – sichere Wege jetzt gewährleisten
Der anhaltende Wintereinbruch mit Schnee, Frost, Glätte und ungeräumten Wegen bringt massive Gefahren für blinde und sehbehinderte Menschen sowie mobilitätseingeschränkte Menschen mit sich. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V. (BSVH) warnt eindringlich vor den Auswirkungen auf die Mobilität Betroffener. Der Verein fordert, dass Gehwege, taktile Leitsysteme und Haltestellenbereiche konsequent geräumt und gestreut werden, damit sichere Orientierung und selbstständige Fortbewegung möglich bleiben.
Hamburg verzeichnet die stärksten Schneefälle seit 15 Jahren, Wetterdienste warnen weiterhin vor Glätte und Schneeverwehungen. Insbesondere an Gehwegen, Haltestellen und Verkehrsquerungen ist die Lage angespannt. Diese winterlichen Bedingungen führen dazu, dass für Menschen mit Seh oder Mobilitätsbeeinträchtigung Strukturen wie taktile Leitstreifen, Bordsteinkanten oder ebenfalls für die Orientierung wichtige Untergrundstrukturen durch Schnee verdeckt oder unkenntlich sind. Ungeräumte und vereiste Wege machen es Betroffenen nahezu unmöglich, sich eigenständig und sicher im öffentlichen Raum zu bewegen. Viele bleiben daher zu Hause oder riskieren bei jedem Spaziergang, an Haltestellen oder Straßenüberquerungen zu stürzen und verletzt zu werden. Auch eine eigenständige Orientierung, selbst auf bekannten Wegen, ist derzeit kaum möglich.
Der BSVH fordert daher: Sichere, geräumte und gestreute Gehwege, Leitstreifen und Haltestellenbereiche – auch abseits der Hauptverkehrsstraßen sowie eine Sensibilisierung für die besonderen Gefahren für Menschen mit Sinnesbehinderungen bei Schnee und Eis.
„Für uns ist klar: Schnee und Glätte sind nicht nur eine lästige Begleiterscheinung des Winters. Sie verschärfen eine ohnehin schon herausfordernde Alltagssituation zu einer lebensbedrohlichen Lage für blinde und sehbehinderte Menschen,“ erklärt der Geschäftsführer des BSVH, Heiko Kunert. „Wenn taktile Orientierungshilfen vom Schnee verdeckt sind und Wege nicht geräumt werden, verlieren Betroffene ihre sichere Orientierung – das ist eine reale Gefahr!“
Der BSVH ruft daher Behörden, Straßen- und Winterdienste sowie die Mitmenschen in Hamburg auf, bei dieser Wetterlage ein besonderes Augenmerk auf barrierefreie und sichere Wege zu legen.
Ansprechpartner
Melanie Wölwer
Pressesprecherin

