„Teilhabe ist kein Luxus“ – DBSV-Statement zum Protesttag am 5. Mai
anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am heutigen 5. Mai kritisiert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) aktuelle Debatten, in denen Menschen mit Behinderungen als Belastung dargestellt werden. „Uns ständig zu vermitteln, ‚Ihr seid zu teuer für den Sozialstaat und eine Last für die Wirtschaft und die Gesellschaft‘, ist ein fatales Signal“, so Hans-Werner Lange, Präsident des DBSV. Er ergänzt: „Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist kein Luxus für gute Zeiten, sondern ein Menschenrecht.“
Das Grundgesetz garantiert ein menschenwürdiges Leben und verbietet Benachteiligungen wegen einer Behinderung. Deutschland hat 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und sich damit verpflichtet, die volle wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu schützen und zu gewährleisten. Daran muss sich staatliches Handeln messen lassen.
„Viele teure Leistungen der Eingliederungshilfe entstehen nicht durch die Betroffenen selbst. Sie sind auch eine Folge davon, dass über Jahre hinweg eine barrierefreie Infrastruktur nicht ausreichend geschaffen und passgenaue, bedarfsgerechte Rehabilitationsangebote nicht konsequent bereitgestellt wurden.“ Auch der DBSV sieht einen großen Reformbedarf, um unsere Gesellschaft zukunftsfest aufzustellen.
„Wenn wir das schaffen wollen, dann dürfen Menschen nicht systematisch ausgegrenzt werden. Vielmehr müssen die in den Kommunen, den Ländern und im Bund gewählten Demokraten mit ihrem politischen Handeln einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein solidarisches Miteinander fördern, das unser menschenrechtlich basiertes Wertesystem hochhält!“
Ansprechpartner
Melanie Wölwer
Pressesprecherin

