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SPD-Fraktionsspitze der Bürgerschaft besucht das LBC

Vor dem Eingangsschild des Louis-Braille-Centers, auf dem steht: BSVH/EUTB-Beratung stehen (v.l.): Ksenia Bekeris und Dirk Kienscherf (SPD-Bürgerschaftsfraktion) und Heiko Kunert, Geschäftsführer des BSVH

Besuch der SPD-Fraktionsspitze im LBC. V.l. Ksenia Bekeris, Dirk Kienscherf und Heiko Kunert
Foto: © BSVH

Am Mittwoch, den 24. Juli besuchten Dirk Kienscherf, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft sowie seine Stellvertreterin und Sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Ksenia Bekeris das Louis-Braille-Center. Sie informierten sich über die Bedarfe blinder und sehbehinderter Menschen und die Angebote des Vereins. Anschließend sprachen sie mit dem Geschäftsführer des BSVH, Heiko Kunert über die aktuell politisch relevanten Themen der Interessenvertretung.

Die Rehabilitation von Menschen, die einen Sehverlust erleiden, ist dem BSVH ein großes Anliegen. „Betroffene von Schlaganfällen oder einer Krebserkrankung werden im deutschen Gesundheitssystem durch eine funktionierende Rehabilitationsstruktur aufgefangen“, erklärt Heiko Kunert. Für einen Menschen, der von einer Sehbehinderung oder Erblindung betroffen ist, gibt es solche ganzheitlichen Hilfsangebote nicht. Sie müssen sich aktiv um Hilfe für ihre medizinischen und sozialrechtlichen Belange bemühen. Vor allem die psychische Herausforderung bei einem Sehverlust ist hierbei von großer Bedeutung. Durch fehlende Rehabilitationsangebote ziehen sich viele Betroffene zurück, weil sie sich der Bewältigung der neuen Lebenssituation nicht gewachsen fühlen. Der BSVH fängt viele der Bedarfe auf und bietet Beratung für sozialrechtliche Fragen, Hilfsmittel und eine psychologische Beratung an. Er kann eine ganzheitliche Reha jedoch nicht leisten. „Diese Situation für die Betroffenen muss sich dringend ändern. Da ist auch die Politik in der Verantwortung“, appelliert Heiko Kunert an seine Gäste.

Dass Menschen mit Seheinschränkung von der Digitalisierung nicht abgehängt werden, dafür kämpft der BSVH derzeit besonders im Zusammenhang mit der Novellierung des Hamburgischen Behindertengleichstellungsgesetzes (HmbBGG). Bürgerinnen und Bürger der Stadt müssen die Möglichkeit haben, die digitalen Zugänge zu Behörden, Verwaltung etc. barrierefrei nutzen zu können. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass für betroffene Beschäftigte der Stadt die Informationstechnologie am Arbeitsplatz vollumfänglich zugänglich ist, fordert der Verein nachdrücklich. „Die Punkte, die Sie genannt haben, nehme ich mit in die Beratung des Sozialausschusses“, verspricht die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ksenia Bekeris im Anschluss an den Termin. Ihr Fraktionsvorsitzender Dirk Kienscherf unterstützt dies: „Wir wissen, dass die Zukunft immer mehr über IT läuft, die Bedeutung nimmt zu. Wir wissen allerdings auch, dass es enorme Chancen für blinde und sehbehinderte Menschen bietet und diese Chancen müssen wir eröffnen."

Große Chancen werden auch dem Einsatz von Elektromobilität zugesprochen. Der BSVH engagiert sich hierzu im Rahmen der bundesweiten Aktion „Elektromobilität tut hörbar gut!“ und fordert: Keine öffentlichen Gelder für gefährliche Fahrzeuge! Behörden, Verwaltungen, Dienststellen und der ÖPNV sollen ihrer Verantwortung hinsichtlich der Verkehrssicherheit gerecht werden und alle Elektrofahrzeuge – anzuschaffende oder bereits angeschaffte – mit einem akustischen Warngeräusch (Acoustic Vehicle Alerting System – AVAS) ausstatten. Außerdem mahnt der Verein bessere Regelungen für die Nutzung von E-Scootern und ein härteres Vorgehen gegen Verkehrssünder an. „Wir haben das Thema E-Mobilität, was glaub ich für uns alle ganz wichtig ist. Das müssen wir so herrichten, dass es auch für Menschen mit einer Sehbehinderung oder für blinde Menschen geeignet ist. Da sind wir jetzt bei“, erklärt Dirk Kienscherf.  

Ansprechpartner

Melanie Wölwer

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(040) 209 404 29
m.woelwer@bsvh.org

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