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Neues Lehrwerk soll Brücke zwischen Notenschriften schlagen

Ein geplantes Lehrbuch zur Musiknotation soll künftig blinden und sehenden Musikern gleichermaßen den Zugang zur jeweils anderen Notenschrift erleichtern. Darauf weist die Fachgruppe Musik des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) hin.

Die herkömmliche Notenschrift für Sehende unterscheidet sich grundlegend von der Braille-Notenschrift. Für blinde Musiker stellt das Verständnis der sogenannten Schwarzdrucknoten daher eine besondere Herausforderung dar. Genau hier setzt das Projekt „Die Notenschrift der Sehenden (be)greifen“ an: Es soll als Brückenschlag im gemeinsamen Unterricht von blinden und sehenden Schülern dienen und zugleich allen Interessierten die visuelle Notation näherbringen.

Nach Angaben der Initiatoren haben das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) in Leipzig und der Musiker Martin Rembeck bereits erste Planungsschritte für das Lehrwerk unternommen. Um die Produktion möglichst kostengünstig realisieren zu können, wird derzeit das Interesse potenzieller Nutzerinnen und Nutzer abgefragt.

Das Lehrbuch ist als Kombination aus Braille- und Großdruckausgabe konzipiert. Ergänzend soll ein Bildteil die im Text erklärten Notenzeichen als tastbare Reliefs darstellen – je nach Komplexität in unterschiedlichen Vergrößerungsstufen. Wichtige Inhalte werden dabei besonders hervorgehoben. Ein Anhang mit tabellarischer Übersicht und Register ist ebenfalls vorgesehen.

Zusätzlich ist ein Übungsheft geplant, das sowohl blinden Lehrkräften als auch sehenden Schülerinnen und Schülern Materialien zum praktischen Musizieren vom Blatt bietet. Ziel ist es, Notenkunde unmittelbar mit musiktheoretischer Praxis zu verbinden.

Interessierte können sich per E-Mail an den Leiter der DVBS-Fachgruppe Musik, Stefan Albertshauser, E-Mail: orgelstefan@icloud.com, wenden. Die Initiatoren bitten zudem darum, den Aufruf weiterzuverbreiten.

Ansprechpartner

Melanie Wölwer

Pressesprecherin

(040) 209 404 29
(0151) 297 000 13
m.woelwer@bsvh.org

Porträtbild von Melanie Wölwer

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