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20. Mai: Informationen zur Corona-Krise

Liebe Mitglieder, liebe Ratsuchende,

in unserem heutigen Newsletter informieren wir Sie über die prekäre Situation, in der der Dialog im Dunkeln steckt, stellen Ihnen einen Podcast zu digitalen Alltagshelfern vor und weisen auf eine Umfrage zum Thema Audiodeskription auf Bestellung hin.

Corona-Pandemie könnte Aus für Dialoghaus bedeuten

In der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ geben blinde Menschen seit Jahrzehnten Einblick in ihre Lebenswirklichkeit. Sehende Menschen erfahren hier, wie es sich anfühlt, sich blind zu orientieren oder alltägliche Tätigkeiten auszuüben. Das Konzept ist vermittelnd und baut Brücken. In den vergangenen Jahren wurde es erweitert. Im „Dialog im Stillen“ erfahren Besucherinnen und Besucher etwas über die Realität gehörloser Menschen. Im „Dialog mit der Zeit“ vermitteln ältere Menschen jüngeren, wie sich ein Leben im Alter anfühlt.

Durch die Corona-Pandemie steht das Dialoghaus, das am 1. April sein 20-jähriges Bestehen feiern wollte nun vor dem aus. Denn das Haus finanziert sich zu 90 Prozent aus den Eintrittsgeldern der Besucher und wird nicht staatlich subventioniert. Auch wirtschaftet das Unternehmen weniger gewinnorientiert, sondern sieht seine Aufgaben in der Schaffung eines gesellschaftlichen Mehrwehrts.

Initiator des Dialogs, Andreas Heinecke berichtet im Gespräch mit dem NDR von der dramatischen Situation, in der das Dialoghaus durch Corona steckt. „das, was früher unsere Erfolgsgeschichte war, dass wir eigenfinanziert sind, dass wir ein klares unternehmerisches Konzept haben zur Verfolgung eines sozialen Auftrags, gerät uns jetzt zum Schaden.“ Für Sozialunternehmer greift die stattliche Kreditsicherung der KfW nicht. Keine der staatlichen Unterstützungsleistungen gilt für Sozialunternehmen!

Im Dialoghaus Hamburg geht es um die Arbeitsplätze von 130 Menschen, viele davon blind oder sehbehindert, und den Erhalt einer wichtigen gesellschaftlichen Institution für die Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Seheinschränkung, gehörlose Menschen und ältere Menschen.

Derzeit prüft auch das Dialoghaus, in welchem Rahmen die Ausstellungen wieder für Besucher zugänglich gemacht werden können. Wenn Sie jetzt schon eine Buchungsanfrage stellen möchten, schicken Sie diese an E-Mail: bookingline@dialog-im-dunkeln.de.

Unter https://dialog-in-hamburg.de erhalten Sie weitere Informationen zum Thema.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema finden Sie unter https://tinyurl.com/NDR-Dialoghaus-vor-dem-aus

DBSV-Jugendclub – Podcast zum Thema Alltagshelfer

Auch der DBSV-Jugendclub berichtete über die Schwierigkeiten des Dialoghause in einem Podcast.

Darüber hinaus finden Sie auf der Seite des Jugendclubs
https://dbsv-jugendmagazin.podspot.de/ aber auch einige sehr interessante Podcast-Beitrage zum Thema praktische digitale Alltagshelfer. Hier finden die Nutzerinnen und Nutzer digitaler Medien, wie Smartphone, Tablet oder PC zum Beispiel Beiträge über News- und Informations-Apps oder Apps für Hörbücher und E-Books oder Bildbeschreibungen.

Audiodeskription auf Bestellung

Noch immer ist bei weitem nicht jedes Angebot im Fernsehen, Kino oder bei Streaming-Diensten für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei zugänglich, also mit einer Audiodeskription verfügbar. Die Interessenvertretungen setzen sich intensiv für den Ausbau solcher Angebote ein. Auch der BSVH, der sich, gemeinsam mit den anderen norddeutschen Blinden- und Sehbehindertenverbänden und dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) einmal jährlich zu diesem Thema zusammensetzt. Von einer Selbstverständlichkeit sind wir in diesem Bereich jedoch noch weit entfernt.

Stellen Sie sich einmal vor, bis auf Weiteres könnten sich deshalb eine Audiodeskription-on-Demand buchen, also eine "Audiodeskription auf Nachfrage" bestellen, z.B. für eine spezielle Shows oder Dokumentationen, die sie interessieren. Mit den Möglichkeiten beschäftigt sich gerade Björn Naß, vielen vielleicht aus dem Bereich der Blindenreportagen im Fußball bekannt. In einer Umfrage möchte er Evaluieren, ob und in welchem Rahmen dieses Thema für blinde und sehbehinderte Menschen interessant ist.

Unterstützen können Sie Björn Naß bei seiner Umfrage unter

https://tinyurl.com/Umfrage-AD-on-Demand

Wir sind für Sie da – digital und analog

Uns ist es sehr wichtig, möglichst viele blinde und sehbehinderte Menschen in diesen Zeiten mit den nötigen Informationen zu versorgen. Bitte weisen Sie auch Nichtmitglieder darauf hin.

Sie erhalten unseren Krisen-Newsletter über unterschiedliche Wege:

Newsletter: Schreiben Sie eine Mail an n.antlitz@bsvh.org oder melden sich auf unserer Website an.

RSS-Feed: Geben Sie die Adresse https://www.bsvh.org/share/bsvh-news.xml in den RSS-Reader ein.

Infotelefon: Rufen Sie an unter Tel. (040) 209 404 66, dann wird Ihnen der Newsletter vorgelesen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Ihnen weiterhin unter Tel. (040) 209 40 40 und E-Mail: info@bsvh.org zur Verfügung.

Passen Sie gut auf sich auf!

Ihr BSVH-Team

Ansprechpartner

Melanie Wölwer

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(040) 209 404 29
m.woelwer@bsvh.org

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