Nachricht

1. Mai: Informationen zur Corona-Krise

Liebe Mitglieder, liebe Ratsuchende,

heute informieren wir Sie über scharfe Kritik des DBSV gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium, geben Tipps für das Tragen des Mundschutzes und geben Anregungen für digitale und analoge Spiele fürs lange Wochenende.  

Wenn Medizinier entscheiden müssen, wer Hilfe bekommt

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat sich mit scharfer Kritik an das Bundesgesundheitsministerium gewandt. Es geht dabei um die Frage, was passiert, wenn Beatmungsgeräte knapp werden? Wer wird zuerst beatmet und wer zuletzt? Das Bundesgesundheitsministerium beruft sich auf Empfehlung der Fachgesellschaften für Intensivmedizin. Menschen mit einer Behinderung stehen dabei jedoch sehr schlecht da. Dazu die Pressemitteilung des DBSV:

"Triage" ist ein Begriff aus der Kriegs- und Katastrophenmedizin und bezeichnet ein Verfahren zur Entscheidung, wer medizinische Hilfe bekommt, wenn nicht allen geholfen werden kann. In ihren "Klinisch-ethischen Empfehlungen" beschreiben die Fachgesellschaften für Intensivmedizin, wie aus ihrer Sicht die Triage bei einer Eskalation der Corona-Krise ablaufen soll. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Frailty Scale, übersetzt: die Gebrechlichkeits-Skala.

Die Skala teilt Patientinnen und Patienten in neun Kategorien ein, von "sehr fit" bis "terminal erkrankt". DBSV-Präsident Hahn hat nachgeschaut, wie er dabei abschneidet: "Weil ich im Alltag aufgrund meiner Blindheit Unterstützung benötige, werde ich vier Kategorien herabgestuft. Im Ernstfall kann das bedeuten, dass ich wegen meiner Behinderung nicht behandelt werde."

So wie Klaus Hahn würde es im Ernstfall einem großen Teil der behinderten Menschen in Deutschland gehen. Aus Sicht des DBSV muss die Politik deshalb alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zu verhindern, dass eine Triage notwendig wird. Sollte ein Auswahlverfahren jedoch unvermeidlich sein, darf die Gebrechlichkeits-Skala nicht zur Anwendung kommen und Behinderung darf zu keinem Zeitpunkt des Verfahrens zum Entscheidungskriterium werden.

Parallel kritisiert der Verband das Schweigen des Gesundheitsministeriums. "Der Staat kann sich in dieser rechtlich und ethisch unglaublich heiklen Frage nicht einfach wegducken", sagt Hahn. Der DBSV unterstützt in diesem Punkt die Position des deutschen Ethikrats, die besagt, dass der Staat auch in Zeiten eines Notstandes die Grundlagen der Rechtsordnung garantieren muss. "Wenn Mediziner Empfehlungen veröffentlichen, die die Menschenrechte behinderter Menschen auf Schutz in Katastrophenzeiten und auf den diskriminierungsfreien Zugang zur Gesundheitsversorgung faktisch aufheben, dann muss der Staat reagieren und sein Wächteramt ausüben", bringt Klaus Hahn es auf den Punkt.

Diese und weitere Meldungen des DBSV zum Thema finden Sie unter www.dbsv.org

Nasen-Mund-Schutz: 8 Tipps für Brillenträger

Wir haben am Montag schon einmal darüber berichtet, was Brillenträger tun können, damit ihre Brille beim Tragen des Nase-Mund-Schutzes nicht beschlägt. Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt, Beratungsstelle Blickpunkt Auge, hat noch weitere hilfreiche Tipps zusammengestellt:

Schlaufen enger machen: Sitzt die Maske zu locker, sollte man zunächst probieren, die Schlaufen enger zu machen. So strömt weniger Atemluft durch die Lücken zwischen Maske und Gesicht und die Brille beschlägt weniger.

Metallbügel: Ein flexibler Metallbügel im oberen Rand der Maske kann für zusätzliche Stabilität an Nase und Wangen sorgen. Als Bügel kann man alles nehmen, was sich stabil biegen lässt, zum Beispiel einen Pfeifenreiniger oder das Metallstück aus einem Schnellhefter.

Maske falten: Ähnlich funktioniert das Falten der Maske. Dazu schlägt man den oberen Rand einfach um, so dass die Maske enger auf dem Gesicht liegt. Allerdings darauf achten, dass die Maske durch das Falten nicht zu klein wird. Sie sollte immer noch das ganze Kinn abdecken.

Tape: Befestigen lässt sich die Maske auch mit einem hautfreundlichen Tape (kein gewöhnliches Klebe- oder Paketband, sondern ein medizinisches, welches auch zur Fixierung von Verbänden verwendet wird).

Mit der Brille fixieren: Auch mit der Brille kann man die Maske enger an die Nase drücken. Ohnehin sollte die Brille über der Maske getragen werden, so dass die Brille weniger durch die Atemluft beschlägt.

Haushaltsmittel: Wenn man seine Brille mit einer Seifenlauge, zum Beispiel Spülmittel, reinigt, verhindert dies zumindest zeitweise das Beschlagen der Gläser. Einen ähnlichen Effekt versprechen Babyshampoo oder Rasierschaum.

Anti-Beschlag-Spray: Beim Optiker oder im Drogeriemarkt gibt es Anti-Beschlag- oder Anti-Fog-Sprays, die helfen.

Brille weiter unten tragen: Als letzte Hilfe, bleibt dieser Trick! Mehr Luft zwischen Brille und Gesicht bringen, und die Brille weiter unten auf der Nase tragen.

Blind spielen auf dem iPhone oder iPad

Wir geben Ihnen an dieser Stelle immer mal wieder Tipps, um der Langeweile in der Corona-Krise zu begegnen. Heute lassen wir dazu die blinde Bloggerin Lydia Zoubek zu Wort kommen. Auf ihrem Blog „Lydias Welt“ hat sie sich ausführlich damit beschäftigt, welche Spiele man als blinder Mensch barrierefrei auf dem iPhone und iPad spielen kann, um sich die Zeit zu vertreiben. Ihre Vorschläge umfassen Quiz- und Ratespielen, gesellschafts- und Würfelspiele, aber auch komplexe Aufbau- und Strategiespiele für Fortgeschrittene. Beim „Quizduell“ können Sie z.B. gegen Freunde und Bekannte antreten und sich gegenseitig zum Quizzen herausfordern.

Mehr dazu erfahren Sie auf https://lydiaswelt.com/

Neue Übungen fürs Gehirnjogging

Auch ohne Zugang zu den digitalen Medien macht Spielespielen Spaß. Und hält fit. Sie kennen ja inzwischen unsere Übungen fürs Gehirnjogging. Damit diese nicht langweilig werden, hat unsere Seniorenberaterin Franziska Diesmann neue Aufgaben für Sie. Machen Sie doch ein paar kleine Gedächtnisübungen nach dem ABC Verfahren:

  • Musiker nach dem ABC auflisten (Nachname oder Künstlername)
  • Schriftsteller nach dem ABC auflisten
  • Tierarten
  • Blumen
  • Berufe

Wir sind für Sie da – digital und analog

Uns ist es sehr wichtig, möglichst viele blinde und sehbehinderte Menschen in diesen Zeiten mit den nötigen Informationen zu versorgen. Bitte weisen Sie auch Nichtmitglieder darauf hin.

Sie erhalten unseren Krisen-Newsletter über unterschiedliche Wege:

Newsletter: Schreiben Sie eine Mail an n.antlitz@bsvh.org oder melden sich auf unserer Website an.

RSS-Feed: Geben Sie die Adresse https://www.bsvh.org/share/bsvh-news.xml in den RSS-Reader ein.

Infotelefon: Rufen Sie an unter Tel. (040) 209 404 66, dann wird Ihnen der Newsletter vorgelesen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Ihnen weiterhin unter Tel. (040) 209 40 40 und E-Mail: info@bsvh.org zur Verfügung.

Passen Sie gut auf sich auf!

Ihr BSVH-Team

Ansprechpartner

Melanie Wölwer

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

(040) 209 404 29
m.woelwer@bsvh.org

Zurück