Elektromobilität: Effizient, leise – und gefährlich!

Mitglieder des BSVH bei einem Test zur Höhrbarkeit von Elektrobussen auf dem Betriebsgelände der Hochbahn

Foto: © BSVH

Elektro-Fahrzeuge sind umweltverträglicher als Fahrzeuge mit Verbren­nungs­motoren und vor allem: sie fahren so gut wie geräuschlos! Für Menschen mit Seheinschränkung liegt hier ein erhebliches Sicherheits­risiko. Sogenannte Flüster-Fahrzeuge werden von blinden und seh­behinderten Verkehrs­teil­nehmerinnen und Verkehrs­teilnehmern unter einer Geschwindig­keit von 30 km/h nicht gehört.

Eine EU-Verordnung sieht daher vor, bis Mitte 2019 in neue Typen von Hybridelektro- und reine Elektrofahrzeugen ein akustisches Warn­geräusch (Acoustic Vehicle Alerting System – AVAS) einzubauen. Bis Juli 2021 gilt dies dann für alle Hybrid­elektro- und reine Elektro­fahrzeuge.

Zu spät für Hamburg – denn bereits jetzt fahren auf den Straßen der Hansestadt zahlreiche Elektro- und Hybrid­fahrzeuge, die von der Ver­waltung und den Betrieben der Stadt beschafft oder gefördert wurden. Tendenz stark steigen. Die Hamburger Hochbahn plant die Anschaffung von bis zu 60 weiteren E-Bussen. Auch die Post und Car­sharing-Anbieter kündigen an, ihre Elektro-Flotten deutlich auszubauen. Für diese Fahr­zeuge besteht noch keine Verpflichtung zum Einbau des Warn­geräuschs. Für Menschen mit Seh­einschränkung, aber auch jeden Menschen, der im Straßen­verkehr kurz abgelenkt ist, besteht also eine steigende Gefahr!

Wir kämpfen auf vielen Ebenen darum, dass die Sicherheit von blinden und seh­behinderten Menschen oberste Priorität haben muss. Wir fordern, dass AVAS schon jetzt ein zwingendes Zuschlagskriterium bei den Aus­schreibungs- und Vergabe­verfahren der Hansestadt Hamburg wird. Dies hat auch finanzielle Vorteile für die Stadt. Die Einbaukosten bei Neukauf liegen nach unseren Informationen bei rund 170 €. Eine Nachrüstung kostet gleich um die 1.500 €. Diese Mehrkosten alleine rechtfertigen schon die Aufnahme des AVAS als zwingendes Zuschlags­kriterium bei den Beschaffungsverfahren. Außerdem möchten wir erreichen, dass bereits eingesetzte Fahrzeuge nachgerüstet werden.