Blättern in die Seele geschaut

Pressemitteilung vom 18.09.2012

BSVH und der Künstler Bogomil machen Kunst für Blinde und Sehbehinderte erfahrbar

Der Künstler Bogomil sitzt vor seiner Staffelei und arbeitet an dem Relief des Blattes einer Weißeiche.
Der Künstler Bogomil bei der Arbeit

Hamburg, der 18. September 2012: Vom 26. September bis 26. Oktober 2012 zeigt der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) die Bilder des Künstlers Jürgen Koch, alias Bogomil, im Louis-Braille-Center. Als Auftakt der Ausstellung findet am Dienstag, den 25. September 2012 um 18 Uhr eine Vernissage in Anwesenheit des Künstlers statt. Laudatorin ist Dr. Petra Schwarz, Leiterin des Loki-Schmidt-Hauses. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Wir freuen uns sehr, dass wir Bogomil für eine Ausstellung im Louis-Braille-Center gewinnen konnten,“ erklärt Heiko Kunert, designierter Geschäftsführer des BSVH. „Sie ist gleichermaßen für blinde, sehbehinderte und sehende Besucher interessant und passt deshalb ideal in unser Veranstaltungsprogramm.“ Der BSVH bietet seinen Mitgliedern ein regelmäßiges Kulturprogramm, wie Ausstellungen oder Lesungen und organisiert Theaterbesuche. In der vierwöchigen Schau zeigt der Blinden- und Sehbehindertenverein 20 „Blättergemälde“, der Erlös aus dem Verkauf der Bilder kommt zu 30 Prozent dem Verein zugute.

Natur offenbart ihre Schönheit

„Ich möchte den Menschen die Schönheit des Vergänglichen zeigen, die wir als Laub bei einem Herbstspaziergang meist achtlos beiseite schieben.“ sagt Jürgen Koch über seine Gemälde. Seit 2007 interessiert sich der Künstler, der sich Bogomil nennt, für botanische Motive. Durch das Mikroskop betrachtet er die Veränderungen von Farbe und Blattstruktur beim Absterben von Blättern im Herbst. Die so sichtbare Vielfalt der Details setzt er in reliefartig ausgearbeiteten Gemälden von 2 bis 3 Millimeter großen Blattausschnitten in bis zu 500facher Vergrößerung um. Dabei experimentiert Bogomil mit verschiedenen Beleuchtungsarten. Der Besucher der Ausstellung erkennt fremdartige und rätselhafte Oberflächen, die für die blinden und sehbehinderten Gäste fühlbar sind.

Brücke zwischen den Menschen

„Auch wenn es bei Bildern mit sicht- und tastbaren Strukturen nahe zu liegen scheint, sie an der Wirkungsstätte des BSVH auszustellen, so muss doch Anfassen ausdrücklich erlaubt sein, wenn blinde und sehbehinderte Menschen die Faszination des Künstlers nachempfinden wollen. Dass Bogomil diese Möglichkeit bietet, ist unschätzbar,“ so Dr. Petra Schwarz, Leiterin des Loki-Schmidt-Hauses im Botanischen Garten Klein Flottbek und Laudatorin der Vernissage.„Ich wünsche dieser Ausstellung, dass sie viele Menschen mit und ohne Sehbehinderung in Kontakt bringen mag und dieser Austausch dazu beitragen kann, das leider immer noch verbreitete Vorurteil vom armen, hilflosen Blinden zu korrigieren.“

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Kontakt

Melanie Wölwer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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