Treppen in der Elbphilharmonie sind gefährliche Stolperfallen

26.01.2017 (Kommentare: 1)

Kaum eingeweiht, offenbart Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, gefährliche Hürden. Die Treppen innerhalb des Gebäudes wurden bereits für zahlreiche Besucher zur Stolperfalle. Dies berichten verschiedene norddeutsche Medien.

Das Newsportal shz.de erklärte am 18. Januar, dass den Besuchern ungewöhnlich tiefe Stufen und fehlende Stufenmarkierungen Probleme bereiten. „Die Treppen ,zerlaufen optisch zu einer großen massigen Fläche´, berichtet ein Konzertbesucher, auf der das Auge nur schwer Orientierung finde − stolpern inklusive“ so shz.de. NDR 90,3 informierte am 20. Januar: „Aus ästhetischen Gründen hatten die Architekten lediglich auf den letzten Stufen schwarze Markierungen angebracht. Wenn man von oben hinuntergeht, hat man Mühe, zu erkennen, wann die Stufen anfangen und wann sie enden. Sogar der Architekt Jacques Herzog wurde bei der Eröffnung des Großen Saales gesehen, wie er über seine eigenen Stufen stolperte.“

Treppen stellen ein großes Unfallrisiko für Menschen mit Seheinschränkung dar. Täglich kommt es auf Treppen zu unzähligen Stürzen und laut statistischem Bundesamt enden jedes Jahr mehr als 1.000 davon tödlich. Häufig passieren Unfälle, weil Stufen nicht deutlich zu sehen sind. „Ein so prestigeträchtiges Gebäude wie die Elbphilharmonie muss für alle Hamburgerinnen und Hamburger – auch die 3.000 blinden und rund 40.000 sehbehinderten Menschen – gefahrlos zugänglich sein“, erklärt Heiko Kunert, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg (BSVH). „Den Worten der Verantwortlichen müssen jetzt schnell Taten folgen und normgerechte, gut sichtbare Stufenmarkierungen angebracht werden“, so Kunert. Der Intendant der Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, hatte im Interview mit NDR 90,3 am 24. Januar zugesichert, die Stolperfallen zu beseitigen. "Wir hoffen, dass die Elbphilharmonie nicht nur architektonisch und musikalisch Maßstäbe setzt, sondern auch bei der Barrierefreiheit", sagt Heiko Kunert abschließend.

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Kommentar von Christoph | 14.03.2017

Eine alte Freundin mit normaler Altersweitsichtigkeit hat sich grade vor 3 Wochen den Halswirbel gebrochen auf diesen fiesen Treppen! Und wie wurde sie abtransportiert? Im Sitzen!!! Man würde in der Elbphi keine Tragen benutzen hiess es. Man müßte die Betreiber auf Millionenersatz verklagen!
Gott sei Dank ist die Dame nicht querschnittsgelähmt, hat aber heftige Schmerzen nach einer Versteifungs-OP, in der 3 Wirbel zusammengeschraubt wurden, was ihr erhebliche Bewegungsbeschränkungen auferlegt.

VG
Christoph