Feuchte Makuladegeneration: Neue Strahlentherapie am UKE

01.03.2011 (Kommentare: 0)

Die Augenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf bietet als erstes deutsches Zentrum eine neuartige Bestrahlungstherapie mit dem so genannten VIDION-System zur Behandlung der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration an. Das geht aus einer Pressemitteilung des UKE hervor. Das Verfahren sei geeignet für Patienten, bei denen der bis zur Erblindung fortschreitende Krankheitsverlauf mit den bisherigen medikamentösen Behandlungsmethoden nicht gestoppt werden kann.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erblindungsursache älterer Patienten in den industrialisierten Ländern; jährlich erkranken etwa 300.000 Menschen in Deutschland. Unterschieden wird zwischen der langsamen trockenen AMD und der schnellen, aggressiver verlaufenden feuchten Form. Dabei kommt es zu einem ungebremsten Wachstum neuer Gefäße unterhalb der Netzhaut, die zu verzerrtem Sehen oder dunklen Flecken in der Mitte des Gesichtsfeldes führen können - und langfristig auch zur Erblindung. "Diese Form der AMD wird üblicherweise mit Injektionen eines Medikaments direkt in den Glaskörper behandelt", erläutert UKE-Oberarzt Dr. Lars Wagenfeld.

Bei einer Reihe von Patienten schreitet die Erkrankung jedoch trotz Therapie voran. Für sie eigne sich, dem UKE zufolge, die neue Strahlentherapie, die seit Mitte Januar an der Eppendorfer Augenklinik angeboten wird. Bei dem VIDION-Verfahren wird nach operativer Entfernung des Glaskörpers eine hauchdünne Sonde direkt vor die Gefäßwucherung gehalten und die Makula vier Minuten radioaktiv bestrahlt. Die Strahlung zerstört die sich teilenden Zellen in den Blutgefäßen und reduziert die begleitende Entzündung. "In vielen Fällen kann die Krankheit auf diese Weise aufgehalten und häufig auch deutlich gebessert werden", sagt Dr. Wagenfeld. Die Reichweite der Strahlen betrage nur wenige Millimeter und gefährde das Auge nicht. Auch die Strahlenbelastung sei sehr gering und liege unter der einer einfachen Röntgenaufnahme.

Prof. Gisbert Richard, Direktor der UKE-Augenklinik, ist überzeugt: "Das neue Verfahren kann gerade in schwierigen, früher aussichtslosen Fällen eingesetzt werden. Damit gibt es berechtigte Hoffnung, die häufigste Erblindungsursache des Menschen künftig wirkungsvoller therapieren zu können." Im Rahmen der Zulassungsstudien seien weltweit bereits 450 Patienten erfolgreich behandelt worden, heißt es in der UKE-Mitteilung.

Die UKE-Augenklinik hat Spezialsprechstunden zur Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (Freitagvormittag) sowie bei Netzhauterkrankungen (Mittwochvormittag und Donnerstagnachmittag) eingerichtet. Die Terminvergabe erfolgt über Tel.: 040-7410-52350.

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