SPD-Fraktion für mehr Barrierefreiheit im ÖPNV

10.07.2014 (Kommentare: 0)

Die Bürgerschaft hat in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause über die Vorschläge der SPD-Fraktion zur Verbesserung der Barrierefreiheit im ÖPNV diskutiert. Hierzu Martina Koeppen, Verkehrsexpertin der SPD-Fraktion: "Diejenigen, die nicht darauf angewiesen sind, können kaum nachvollziehen, wie wichtig das Thema Barrierefreiheit zum Beispiel für sehbehinderte oder alte Menschen ist. Dabei sind es oftmals kleine Dinge, die vielen Menschen den Alltag erheblich erleichtern können. Das geht im ÖPNV zum Beispiel mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen wie einer Durchsage zur Ausstiegsseite. Diese Durchsagen gibt es bisher bei der S-Bahn. Wir fordern jetzt, dass dies künftig auch für die U-Bahn standardmäßig eingeführt wird. Darüber hinaus ist zu klären, ob durch weitere Informationen im Umfeld von und an den Haltestellen beziehungsweise an und in den Fahrzeugen die Orientierung für sehbehinderte Menschen verbessert werden kann."

Konkret fordert die Fraktion, die Bürgerschaft solle beschließen, dass der Senat ersucht wird*

  1. auch in den U-Bahnen eine Durchsage zur Ausstiegsseite einzuführen,
  2. zu prüfen, ob durch weitere Maßnahmen im Umfeld von und an den Haltestellen des ÖPNV beziehungsweise an und in den Fahrzeugen die Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen verbessert werden kann,
  3. einen Finanzierungs- und Realisierungsplan für die Umsetzung der Barrierefreiheit im ÖPNV aufzustellen und
  4. über die Umsetzung der Punkte 1. bis 3. zu berichten.

Koeppen verweist in diesem Zusammenhang auf die seit 2011 eingeleitete massive Beschleunigung beim barrierefreien Ausbau: "Bis 2015 werden 20 weitere U-Bahnhaltestellen in Hamburg mit Aufzügen, stufenfreien Bahnsteigen und besseren Orientierungen für Sehbehinderte ausgestattet sein. Der Anteil der barrierefreien U-Bahn Haltestellen steigt damit auf 64 Prozent."

Karsten Warnke, 2. Vorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. und Mitglied im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) für behinderte Menschen, befürwortet den Antrag sehr. „Der HVV und die LAG für behinderte Menschen sowie der BSVH arbeiten beim Ausbau des barrierefreien ÖPNV konstruktiv zusammen“, so Warnke. „Da stellen sich häufig Fragen nach der Realisierbarkeit der Maßnahmen. Deshalb freuen wir uns, dass die SPD-Fraktion vom Senat konkrete Konzepte zur Finanzierung und Realisierung dieses Ausbaus fordert.“

*Drucksache 20/12181 der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg

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