Neue Signaltöne für Hamburgs "Blindenampeln"

09.03.2007 (Kommentare: 0)

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, werden Hamburgs "Blindenampeln" vom 19. bis 23. Februar 2007 auf einen neuen Ton umgestellt.

Alle 230 Ampelanlangen in Hamburg, die mit einem akustischen Signal für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet sind, werden vom 19. bis 23. Februar auf einen neuen Ton umgestellt. Das sagte Helma Krstanoski, Sprecherin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt dem Abendblatt. Demnach wird das sogenannte "Freigabesignal" in Tonhöhe und -taktung von der bisherigen Hamburger Norm auf eine neue deutschlandweit einheitliche DIN-Norm verändert. Der neue Freigabeton ist höher als vorher und gleichmäßig getaktet - ähnlich dem "Besetzt"-Zeichen beim Telefon. Nach Angaben der Behörde verbessere dies die akustische Wahrnehmung des Signals, "weil es sich deutlicher als zuvor von den üblichen Umweltgeräuschen abhebt und das Richtungshören besser unterstützt". Außerdem sind die neuen Ampelanlagen mit Richtmikrofonen ausgestattet, die die Lautstärke der Töne je nach Umgebungslärm verstärken. Anders als bisher wird in Zukunft an den Ampeln ausschließlich die Grünphase mit einem Ton angezeigt. Mit einem Knackgeräusch wird den Blinden und Sehbehinderten aber weiterhin der Weg zur Ampelsäule gewiesen. Durch die Umstellung passt sich die Stadt Hamburg an die Randgemeinden an, die das akustische DIN-Signal bereits für blinde Bürger eingerichtet haben.

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 3.2.2007

Zu diesem Thema hat Wolfgang Doege einen Leserbrief an das Hamburger Abendblatt geschrieben:

Die Umstellung der sogenannten Blindenampeln bezüglich ihrer Tonhöhe und Taktung wird von den blinden und sehbehinderten Menschen in Hamburg schon sehr lange gefordert und erwartet. Sowohl der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg als auch die Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen als Vereinigung der Selbsthilfeverbände behinderter und chronisch kranker Menschen sind aber äußerst verärgert und befremdet darüber, dass diese Information lediglich über eine Pressemitteilung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt veröffentlicht wird, obwohl langjährige gute Kontakte zwischen der Behindertenselbsthilfe und der Behörde bestehen. Es erfolgte wieder einmal keine frühzeitige Information an die betroffenen Menschen über ihre Selbsthilfeorganisationen, um so sicherstellen zu können, dass eine rechtzeitige Weiterverbreitung z. B. in Blindenschrift oder auf Tonträger an den betroffenen Personenkreis erfolgen kann.

Wolfgang Doege

Arbeitskreis Umwelt und Verkehr
Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V.

Vorstandsmitglied der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen

Nachtrag 9.3.2007: Aktuelle Informationen zur Umstellung von unserer Fachgruppe Umwelt und Verkehr.

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