Sehbehindertentag 2018: Sehbehindert im Museum

04.05.2018 (Kommentare: 0)

André Rabe vom BSVH betastet im Internationalen Maritimen Museum eine strukturierte Fotowand mit Wellenoptik. Die Führerin des Hauses gibt ihm hierzu Informationen.
André Rabe vom BSVH betastet im Internationalen Maritimen Museum eine strukturierte Fotowand mit Wellenoptik.

Am 6. Juni ist der bundesweite Sehbehindertentag. Er findet jährlich zu einem bestimmten Thema statt, um auf die Situation und die Bedarfe von Menschen mit Seheinschränkung aufmerksam zu machen. 2018 greift der DBSV in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund das Thema „Sehbehindert im Museum“ auf. Der BSVH hat hierzu mit zahlreichen Häusern in Hamburg Kooperationen geschlossen und neue Angebote für Menschen mit Seheinschränkung entwickelt. Diese werden im Anschluss an die Aktion dauerhaft in das Programm der Museen eingebunden. Wenn Sie an einem oder mehreren der Führungen, Aktionen und Workshops teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bei der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Melanie Wölwer unter Tel. (040) 209 404 - 29 oder Mail m.woelwer@bsvh.org an. Die Führungen sind am Sehbehindertentag kostenfrei, lediglich der Eintrittspreis ist zu entrichten.

Veranstaltungen rund um den Sehbehindertentag

Montag, 4. Juni, 14:00 bis 17:00 Uhr: Altonaer Museum

14.00 Uhr: Deskriptive Führung mit Exponaten zu Ertasten
15.30 Uhr: anschließender Workshop zur Neukonzeption der Museums-Angebote
Ein Haus im Haus. Die Vierländer Kate ist seit 1956 fester Bestandteil des Altonaer Museums und macht die bäuerliche Wohnform und das Wohngefühl der damaligen Zeit erlebbar.

Mensch und Tier haben sich das Gebäude geteilt. Heute kann man sehr anschaulich erleben, wie der Alltag mit einer offenen Feuerstelle unter einem Reetdach aussah. Die Bauern mit zwei eigenen Stuben, die durch die Nähe zur Feuerstelle sicherlich wärmer gewesen sind, als die Schlafstätten der Knechte im Heuboden und der Mägde in einem für heutige Verhältnisse sehr kleinen Alkoven.

Es gibt viel in der Kate zu entdecken: Alltagsleben, Werkzeuge, Architektur. Die deskriptive Führung ist ein Angebot im Rahmen der Neukonzeption der Vierländer Kate und möchte den Ort auch mit Sinnes- und Tastobjekten weiter zugänglich machen.

Im anschließenden Workshop möchten die Verantwortlichen mit den Teilnehmenden über die Neukonzeption in den Austausch kommen.

Dienstag, 5. Juni, 11:00 Uhr: Hamburger Kunsthalle

Führung für Menschen mit Seheinschränkung (15 Personen inkl. Begleitung) und Vorstellung der Audiofassung des Sammlungskatalogs.

Die Hamburger Kunsthalle zählt zu den bedeutendsten und meistbesuchten Kunstmuseen in Deutschland. Ihre Sammlung umspannt Kunstwerke vom Mittelalter bis heute aus sämtlichen Kunstgattungen von Skulptur, Gemälde bis Zeichnungen und Druckgrafiken.

Die Kunstvermittlerin Anja Ellenberger führt durch die Sammlung und erklärt ausgewählte Kunstwerke.

Anlässlich des Sehbehindertentags präsentiert die Hamburger Kunsthalle die Hörversion ihres Sammlungskatalogs „Kunst aus acht Jahrhunderten“. Die 300 bedeutendsten Meisterwerke des Museums beschreibt dieser Katalog in anschaulichen und informativen Kurztexten. Dank der Initiative der Norddeutschen Blindenhörbücherei e.V. und der Stiftung Centralbibliothek für Blinde wurde es als Hörversion eingesprochen und steht allen NutzerInnen dieser Bibliotheken ab sofort im Daisy Format kostenfrei zur Verfügung.

Dienstag, 5. Juni, 16:00 Uhr: Museum für Kunst und Gewerbe

Führung für Menschen mit Seheinschränkung (10 Personen inkl. Begleitung).
Wenige Jahre nach Gründung des MKG begann der Aufbau der Instrumentensammlung. Der Sammlungsbestand besteht aus mehr als 700 Musikinstrumenten aus mehreren Jahrhunderten. Der Schwerpunkt liegt auf Objekten, die sich durch ihre außergewöhnliche, handwerklich-künstlerische Gestaltung auszeichnen. Die Führung gibt einen Einblick in diese musikalische Welt, die in diesem Zusammenhang auch akustisch erlebbar wird.

Mittwoch, 6. Juni, 13:00 bis 14:30 Uhr und 15:00 bis 16:30 Uhr: Museum der Arbeit

Workshop „Erlebnis Buchdruck“ (jeweils 8 TeilnehmerInnen).

Setzen und Drucken für sehbehinderte Menschen in der Buchdruckwerkstatt des Museums. Wo Maschinen Krach machen und es nach Farbe riecht, entdecken sehbehinderte Besucher, wie früher Drucksachen entstanden. Wenn man nämlich die Bleilettern in kräftiges Papier einprägt, kann man die Buchstaben mit den Fingern ertasten. Aus dieser Entdeckung wurden später die ersten Blindenschriften entwickelt, auch die heute gültige Blindenschrift aus sechs Punkten von Louis Braille.

Donnerstag, 7. Juni, 14:00 Uhr: Polizeimuseum

Führung für Menschen mit Seheinschränkung (20 Personen inkl. Begleitung).

Die Teilhnehmerinnen und Teilnehmer werden von einem erfahrenen Mitarbeiter des Museums durch alle Bereiche der Ausstellung geführt. Die Besucher dürfen sich über Interessantes aus der Hamburger Polizeigeschichte freuen, erfahren Wissenswertes über die Spurensicherung und über mehrere Kriminalfälle. Sie bekommen die Gelegenheit, einen Streifenwagen und eine Hubschrauberkanzel zu erleben.

Freitag, 8. Juni, 11:00 Uhr: HSV-Museum

Führung für Menschen mit Seheinschränkung (10 Personen inkl. Begleitung).

Einmal in die bewegte Geschichte des HSV eintauchen. Das macht ein Besuch im HSV-Museum möglich. Darüber hinaus erfahren die Besucher vieles über die Entwicklungen und Innovationen im Fußball.
Erleben Sie die Geschichte und lüften Sie die letzten Geheimnisse des HSV.

Freitag, 8. Juni, 14:00 Uhr: Internationales Maritimes Museum

Führung für Menschen mit Seheinschränkung (10 Personen inkl. Begleitung).

Entdecken Sie die weltweit größte maritime Sammlung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg. Auf 9 Decks erleben Sie, wie die Natur den Menschen herausfordert und ihm immer wieder seine Grenzen aufzeigt. Und sie erkennen, wie Neugier und Machtstreben die Entwicklung der Seefahrt vorantreiben. Bei der Führung für Menschen mit Seheinschränkung können Sie die Büsten von Eroberern betasten, lernen etwas über Navigation und Kriege auf See, Schiffsbau im Wandel der Zeit und fühlen sich an einem echten Steuerrad wie ein Kapitän auf einem ehrwürdigen Schiff.

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