S- und U-Bahnen für alle

11.09.2009 (Kommentare: 0)

  • Demonstration und Kundgebung
  • Freitag, 18. September 2009
  • 16 Uhr auf dem Hachmannplatz (Hauptbahnhof)
  • Demonstration zum Gerhard-Hauptmann-Platz
  • dort Kundgebung: ca. 17:00 Uhr

Im Folgenden veröffentlichen wir einen Demonstrationsaufruf der Landesarbeitsgemeinschaft behinderter Menschen Hamburg.

Wir fordern von Senat und Bürgerschaft:

  • den beschleunigten barrierefreien Ausbau aller alten Hamburger S- und U-Bahnhaltestellen,
  • Berücksichtigung der Stadtteilentwicklung bei der Festlegung von Haltestellen, damit nicht Senioren- und Behinderteneinrichtungen ohne Schnellbahnzugang bleiben,
  • Verbindliche Absprache zwischen der LAG für behinderte Menschen und dem Senat über die Festlegung von 10 Haltestellen, die pro Jahr barrierefrei umgebaut werden.

Seit Monaten wächst die Empörung über Senat und Bürgerschaft: Fahrgäste protestieren für einen schnelleren barrierefreien Ausbau alter S- und U-Bahnhöfe. Sie fordern, dass alle Fahrgäste - egal, ob sie mit Kinderwagen, schwerem Gepäck, mit Rollstuhl oder mit Rollator unterwegs sind - ohne fremde Hilfe die Schnellbahnen in Hamburg nutzen können. Aber in Hamburg sind von 46 S-Bahn-Haltestellen erst 20 und von 80 U-Bahn-Haltestellen erst 30 barrierefrei.

In den kommenden Jahren sollen 22 alte S-Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut werden. Aus einer Senatsdrucksache vom 26.05.09 geht aber hervor, dass bisher nur sechs S-Bahnhaltstellen feststehen, die bis Ende 2011 barrierefrei werden. Für alle anderen S-Bahnhaltestellen ist der Zeitpunkt der Fertigstellung noch völlig offen. Für den barrierefreien Umbau von U-Bahnhaltestellen zieht der Senat für 2009 und 2010 2 Mill. Euro Investitionsmittel vor. Das klingt nach viel Geld. Damit können aber erfahrungsgemäß gerade mal zwei alte U-Bahnhaltestellen mit Aufzügen ausgestattet werden. Feststeht, dass bis Ende 2011 drei alte U-Bahnhaltestellen umgebaut werden.

Nachdem sich Hamburgs Regierende seit Jahren mehr um Prestigeobjekte statt um eine barrierefreie Stadtentwicklung gekümmert haben, sind die vorgesehenen Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Darum wollen wir es nicht länger hinnehmen, dass Fahrgäste mit Rollstuhl, Rollatoren oder Kinderwagen größere Umwege mit dem Bus fahren müssen, bis sie einen für sie zugänglichen Bahnhof erreichen. Oft sind Rollstuhlfahrer sogar ganz vom öffentlichen Nahverkehr ausgeschlossen, weil Busse überfüllt sind, zu selten fahren oder weil Aufzüge für längere Zeiten defekt sind.

Wenn Politiker den berechtigten Forderungen von Fahrgastinitiativen und Behindertenverbänden entgegenhalten, es seien nur bestimmte Haltestellen in einer mit der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen abgestimmten "Prioritätenliste" für den barrierefreien Umbau vorgesehen, so ist dies falsch!!In sechs Jahren sind von den 20 Schnellbahnhaltestellen der Prioritätenliste erst drei barrierefrei ausgebaut worden. Dies zeigt, dass der Senat die Interessen mobilitätseingeschränkter Fahrgäste trotz anders klingender Beteuerungen nicht ernst nimmt!

Rolltreppen, Aufzüge, barrierefreier Zugang zu den Zügen, Blindenleitstreifen, gut lesbare Schilder und Displays gehören zum Standard moderner Bahnhöfe. Hiervon profitiert auf Dauer die gesamte (alternde) Gesellschaft. Darum rufen wir alle Hamburgerinnen und Hamburger auf, am 18. September unsere Forderungen gegenüber Senat und Bürgerschaft mit Nachdruck aktiv zu unterstützen.

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