Öffentlicher Personennahverkehr in Hamburg – Wo liegen die Probleme?

29.07.2015 (Kommentare: 2)

Der BSVH beschäftigt sich derzeit mit zwei Problemen für blinde und sehbehinderte Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Hamburg. Es geht um die neue Kennzeichnung der MetroBusse sowie die tonlos schließenden Türen der U-Bahn-Waggons DT5. Wir möchten wissen: Welche Erfahrungen machen Sie?

Verwirrende Linienbezeichnungen und fehlende Akustik

Zum einen kritisiert der Verein die Kennzeichnung der Hamburger MetroBusse. Diese sind seit dem Fahrplanwechsel Ende 2014 nur noch durch ein großes „M“ vor der Liniennummer markiert. Das führt zu häufigen Unsicherheiten, da man leicht die Linie M5 für die 115 oder die M2 für die Linie 112 halten kann. Nicht nur für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen ist dies ein Problem. Es melden sich auch zunehmend normal sehende Fahrgäste, die ebenfalls eine schlechte Erkennbarkeit bemängeln. Der BSVH hat sich am 16. Juli zu diesem Thema in der MOPO ausführlich geäußert. Unter anderem kritisierte der 2. Vorsitzende, Karsten Warnke, in diesem Zusammenhang die Haltung des HVV, der abwarten wolle, bis sich die Aufregung um das „M“ gelegt hat.

Ein weiteres Ärgernis sind die U-Bahn-Waggons der Serie DT5, die hauptsächlich auf der Linie U3 eingesetzt werden. Diese sind mit einer Klimaanlage ausgestattet, weshalb sich die Türen auch während des Aufenthaltes in der Station schließen. Hierbei geben sie kein akustisches Signal als Warnung ab. Die Mopo berichtete – ebenfalls am 16. Juli – über eine blinde Hamburgerin, die in der Tür eingequetscht wurde, weil sie nicht vorgewarnt wurde, dass sich die Türen schließen. Auch hierzu nahm der BSVH in einem weiteren Bericht in der WELT am 18. Juli Stellung, da dem Verein mehrere Beispiele für ähnliche Erfahrungen vorliegen und die HOCHBAHN in der MOPO behauptet hat, die Hamburger Behindertenverbände hätten diese Vorgehensweise für sicher befunden.

Schreiben Sie uns!

Sowohl die Verantwortlichen des HVV als auch der HOCHBAHN wurden vom BSVH angeschrieben und um Gesprächstermine gebeten. Hierfür möchten wir Sie bitten, uns Ihre Erfahrungen mitzuteilen. Sind Sie schon einmal mit dem falschen Bus gefahren, weil es zu Verwechslungen aufgrund der Kennzeichnung „M“ gekommen ist? Hat Sie vielleicht sogar schon einmal eine sehende Person falsch informiert, weil sie selbst Schwierigkeiten mit dem Entziffern der Linie auf dem Busdisplay hatte? Haben Sie schlechte Erfahrungen mit den tonlos schließenden Türen des DT5 gemacht?

Bitte schreiben Sie uns eine Mail und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen bis zum 25. August 2015 mit. Wenden Sie sich hierzu bitte an Melanie Wölwer (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) unter presse@bsvh.org.

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Kommentar von Palm | 31.07.2015

Lieber BSVH!
Das fehlende akustische Signal beim schließen der Tür hätte letztens beinahe dazu geführt, dass ich (stark sehbehindert) eingeklemmt wurde. War ziemlich knapp! Jetzt weiß ich, dass wenn die Bahn länger steht die Türen ohne Signal schließen. Ich bin vorsichtiger geworden!
Das M an den Metrobussen findet selbst mein Mann irretierend, und der kann gucken!

Liebe Grüße
Kathrin Palm

Kommentar von Jürgen Pape | 21.08.2015

Ich denke das "Einklemmen" ist eher ein Angstgefühl. Ich hab mal so die Hand dazwischen gehalten und gefühlt, dass dadurch nicht einmal ein rohes Ei beschädigt werden könnte. Und nun halte ich einfach meinen Gehstock in die Türöffnung und so verhindert die Lichtschranke den Schließvorgang. Das "M" in den Metrobussen finde ich allerdings recht dümmlich. Es bringt absolut keine Vorteile für irgendjemanden und verwirrt nur durch unlesbarkeit. Allerdings kann ich weder das "M" noch die Ziffer erkennen, von daher ist es egal.