Neue U-Bahnwagen – eine Herausforderung für blinde und sehbehinderte Fahrgäste

12.12.2012 (Kommentare: 0)

Hamburger Hochbahn AG bietet BSVH-Mitgliedern Besichtigung an

Betasten der Ausgangstür beim neuen DT5 U-Bahnwagen

Wo sind markante Orientierungspunkte, wie Haltegriffe? Wie ändert sich die Türöffnung? Und wo befindet sich die Notfallsprechanlage? Diese Fragen sind für blinde und sehbehinderte Menschen im öffentlichen Nahverkehr von besonderer Bedeutung. Deshalb lud die Hamburger Hochbahn die Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins sowie Vertreter anderer Behindertenorganisationen ein, sich in Ruhe mit den neuen U-Bahnwagen vertraut zu machen, ohne dabei in den hektischen Fahrgastbetrieb eingebunden zu sein.

Rund 20 Personen waren bei der Entdeckungstour an der Haltestelle Schlump anwesend und ertasteten und prüften den Zug, um sich die Neuerungen einzuprägen. Insgesamt zogen sie ein positives Fazit. „Der DT5 weist einige Veränderungen auf, an die sich blinde und sehbehinderte Menschen gewöhnen können, z.B. die veränderte Sitzanordnung oder der Übergang von einem zum anderen Wagen“, erklärt Uli Staniullo vom BSVH. „Hier konnten wir Unsicherheiten und Ängste abbauen.“

Positive Bilanz, aber auch Verbesserungspotential

Uli Staniullo vom Arbeitskreis Umwelt und Verkehr des BSVH sowie Karsten Warnke, 2. Vorsitzender des BSVH und Mitglied im Vorstand der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen beschäftigen sich besonders mit dem Thema Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und prüften bei dieser Gelegenheit deshalb ganz genau. Karsten Warnke sieht im DT5 noch Optimierungsbedarf für behinderte Fahrgäste. „Die Türen schließen auch bei längerem Aufenthalt am Bahnsteig automatisch, sehr schnell und bis zur endgültigen Schließung vor der Abfahrt ohne akustischen Warnhinweis“, erklärt Warnke. „Ein blinder oder sehbehinderter Fahrgast merkt möglicherweise nicht, dass er noch in der Tür steht und steckt plötzlich in den Türen fest. Das beängstigt unsere Mitglieder sehr. Ein akustisches Signal ist daher bei jedem Schließvorgang sinnvoll“, so Warnke.

Optimierung bei barrierefreier Gestaltung

Die BSVH-Mitglieder werten Ihre Erkenntnisse aus der Besichtigung in ihrem Arbeitskreis Umwelt & Verkehr am 7. Januar 2013 aus. „Wir werden auch die Anmerkungen aus anderen LAG-Mitgliedsorganisationen zusammentragen und dann das Gespräch mit der Hamburger Hochbahn suchen, um eventuell noch eine Optimierung bei der barrierefreien Gestaltung bewirken zu können“, sagt Karsten Warnke abschließend.

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