Makuladegeneration: Mehr Klarheit im Behandlungschaos

18.10.2010 (Kommentare: 0)

Klare Vorgaben des Bundesversicherungsamtes für alle bundesweit tätigen Krankenkassen bestätigen jetzt den Anspruch von Patienten mit Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) auf eine zugelassene Therapie bei einem Augenarzt ihrer Wahl. Das teilten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband und Pro Retina Ende August mit.

Auseinandersetzungen zwischen Krankenkassen und Ärzten verhindern seit Jahren, dass die Therapie der feuchten Form der AMD über die Versichertenkarte abgerechnet werden kann. Abhilfe schaffen sollten Verträge von Krankenkassen mit Ärzteorganisationen. Diese stellten allerdings zumeist sicher, dass Ärzte an Stelle der zugelassenen Medikamente Lucentis und Macugen nur eine nicht zugelassene, aber billigere Therapie anwenden konnten, deren Wirksamkeit und Sicherheit Experten zufolge für diesen Einsatz nicht ausreichend belegt ist. Stellte ein Patient einen Antrag auf Behandlung mit einem zugelassenen Medikament, lehnten die Kassen die Übernahme der Therapiekosten ab und forderten die Patienten auf, sich bei "Vertragsärzten" behandeln zu lassen. Dort gab es dann die Spritze in den Augapfel mit dem nicht zugelassenen Medikament Avastin.

Dieses Vorgehen stellt nun das Bundesversicherungsamt ab. In einem Schreiben teilt es den bundesweit tätigen Krankenkassen - die in Landesverbänden organisierten Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) gehören nicht dazu - mit, dass bestimmte Punkte zu beachten und die Verträge bis Ende Oktober entsprechend anzupassen sind. Die Krankenkasse darf dem Schreiben der Aufsichtsbehörde zufolge dem Versicherten die Kostenübernahme für ein zugelassenes Medikament nicht verweigern, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt und der Versicherte diese Versorgung wünscht. Bietet ein Arzt die nicht zugelassene Behandlung an, kann der Patient einen anderen Arzt konsultieren und von ihm die zugelassene Therapie durchführen lassen. Ebenso dürfen die Patienten nicht dahingehend beeinflusst werden, dass sie sich gegen die zugelassene Therapie entscheiden, zudem muss die Patienteninformation umfassend, klar und eindeutig sein.

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