Informationen über Gewalt gegen Frauen mit Behinderung

23.11.2012 (Kommentare: 0)

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt (BFF), der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen (HKBF) veröffentlichen zum 25. November Informationen über Gewalt gegen Frauen mit Behinderung und Sicherheitstipps für Frauen mit Seheinschränkung. „Mit unserer Broschüre informieren wir über die unterschiedlichen Formen von Gewalt und zeigen Möglichkeiten auf, sich zu wehren“, so Rita Schroll, Leiterin des HKBF. Die Informationen werden in Blindenschrift, als Audio-CD im DAISY-Format und als barrierefreie PDF-Datei angeboten. Neben grundlegenden Informationen und konkreten Tipps werden auch zahlreiche Unterstützungsangebote genannt.„Spezielle Tipps sind nötig“, betont die DBSV-Frauenbeauftragte Helga Neumann, „denn blinde und sehbehinderte Frauen berichten mir, dass sie sich besonders abends in einsamen Gegenden und in der Bahn bedroht fühlen. Tipps wie ‚Schnell weglaufen!‘ oder ‚Dem Täter in die Augen schauen!‘ helfen da kaum.“

Die Broschüre beantwortet viele Fragen: Wie verhalte ich mich am besten, wenn ich mich verfolgt fühle? Wie hole ich im Bus oder in der U-Bahn Hilfe? Wie schüttele ich als blinde oder sehbehinderte Frau einen Helfer ab, der mir zu nahe kommt? Die Tipps sollen die Frauen stärken. Denn – davon ist Helga Neumann überzeugt: „Jedes Mädchen und jede Frau kann sich wehren.“

Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums erleben Frauen mit Behinderung fast dreimal häufiger Gewalt als Frauen ohne Behinderung. Fast die Hälfte der Befragten hat in ihrer Kindheit oder Jugend auch sexualisierte Gewalt erfahren. Viele sehen keine Möglichkeit, sich gegen Belästigung, Übergriffe und Gewalt zu wehren. „Auch Möglichkeiten der Unterstützung nach erlebter Gewalt sind vielen Frauen mit Behinderung nicht bekannt“, betont Katharina Göpner vom BFF. „Unser Angebot ist der erste Schritt, daran etwas zu ändern. Und es hilft auch unseren vielen Frauenberatungsstellen, mit blinden und sehbehinderten Ratsuchenden besser umzugehen.“

Die Initiative für die neuen Informationen entstand im Projekt „Zugang für alle!“ des BFF. Das Projekt informiert behinderte Frauen, wie sie sich gegen Gewalt wehren können und sensibilisiert in Frauenberatungsstellen für die Lebenssituation der Betroffenen.

Die beiden Broschüren können kostenlos in Blindenschrift oder als DAISY-Hörbuch beim BFF bestellt werden, Tel.: 0 30 / 322 99 500, E-Mail: zugangfueralle@bv-bff.de. Auf der Webseite des DBSV stehen das Hörbuch und eine PDF-Datei auch zum Download bereit: www.dbsv.org/index.php?id=1174

Quelle: DBSV-direkt 55/2012

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