In Hamburg sagt man Tschüss - Dank an Jochen Fischer

13.12.2012 (Kommentare: 0)

BSVH verabschiedet Jochen Fischer in den Ruhestand
Jochen Fischer - fast 26 Jahre Geschäftsführer des BSVH

Nach 25 Jahren und 8 Monaten geht Ende Dezember 2012 eine Ära für den BSVH zu Ende. Jochen Fischer, Geschäftsführer des Vereins, räumt zum Jahresende endgültig sein Büro in der 3. Etage des Louis-Braille-Centers und übergibt die restlichen Aufgaben an seinen Nachfolger, Heiko Kunert, den er in den vergangenen Monaten bei der Einarbeitung mit Rat und Tat begleitet hat.

Was im Mai 1987 beginnen sollte, war damals noch nicht abzusehen. In der Chronik zum 100jährigen Bestehen des BSVH heißt es hierzu: „Der Verein war gewachsen, neue Aufgaben kamen hinzu, dies war der Anlass für zahlreiche strukturelle Veränderungen. Zunächst griff man die Idee, einen Geschäftsführer einzustellen, wieder auf (…) 1987 wurde der Generalversammlung mitgeteilt: Ein seit langem vom BVH-Vorstand gehegter Wunsch kann nun in Erfüllung gehen. Per 1. Mai konnten wir als Geschäftsführer Herrn Jochen Fischer – vielen von IRIS bekannt – zur Entlastung des Vorstands verpflichten.“ Wie gut diese Entscheidung für den BSVH sein sollte, zeigte sich in den kommenden Jahren. Gemeinsam mit dem Vorstand hat Jochen Fischer viele Projekte angestoßen und begleitet, die für die Entwicklung des Vereins von enormer Bedeutung waren und sind. Nachfolgend nur ein paar Beispiele:

Aufbau des Louis-Braille-Centers

Mit dem Umzug 1989 von der Wagnerstraße 42 in den Holsteinischen Kamp 26 waren die Räumlichkeiten für eine große ständige Hilfsmittelausstellung gegeben, die sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickeln konnte und heute von Frau Dütsch und Frau Bause betreut wird.
Auch die Sozialberatung für Mitglieder und Ratsuchende wurde ausgebaut und wird heute von Frau Becker und Frau Schacht geleitet. Dass hier eine wichtige Aufgabe des Vereins erfüllt wird, zeigt sich in den vergangenen Jahren immer deutlicher, in denen viele Auskunftssuchende das Louis-Braille-Center aufgesucht haben. In den letzten Jahren vor allem von Menschen, die von der altersbedingten Makuladegeneration betroffen sind.

Angebote für Senioren

Die Bedeutung der Senioren für den BSVH hat Jochen Fischer bereits früh erkannt. Auch hierüber gibt die Chronik Auskunft: „1988 ergab eine statistische Auswertung, dass 65,5 Prozent der Mitglieder 60 Jahre und älter waren (Vereinsbote 2/1988). Das musste zur Folge haben, die Betreuung dieses Personenkreises zu intensivieren. Herr Fischer stellt mit kurzen Worten sein Konzept für die Seniorenarbeit ´88 vor. Der Vorstand beschließt einstimmig, dieses Thema zum Schwerpunkt seiner Vereinsarbeit in diesem Jahr zu machen (…)“.
Aus diesen Anfängen hat sich inzwischen ein vielfältiges Angebot im BSVH entwickelt. Frau Diesmann betreut mit ihren ehrenamtlichen Helfern mehrere Seniorenkreise, bietet Gedächtnistrainings- und Entspannungsgruppen im Louis-Braille-Center an und gestaltet Ausflüge für unsere aktiven Senioren.

Gesprächskreis für Betroffene

Für die frisch von Sehbehinderung und Blindheit Betroffenen gründete sich 1991 ein Gesprächskreis „Neuerblindeter“. Hierzu steht in der Chronik: „Probleme gibt es viele, wenn eine gravierende Sehbehinderung oder gar die Erblindung eingetreten ist. Alleine findet sich meist keine Lösung. In Ergänzung zu den Vereinsangeboten bieten wir Ihnen deshalb einen Gesprächskreis für Neu- und Späterblindete und hochgradig Sehbehinderte an. Frau Mau, Frau Becker, Herr Fischer wollen mit Ihnen versuchen, Bewältigungshilfen zu finden.“ Diesen Gesprächskreis hat Jochen Fischer bis heute betreut. Er ist für ihn eine „Herzensangelegenheit“.

Engagement über die Grenzen des BSVH hinaus

In den vergangen 25 Jahren hat Jochen Fischer mit den beiden Vorsitzenden Karl Busenbender (bis 1994), der ihn auch in die vielfältigen Aufgaben eingeführt hat und Petra Meyer (bis 2012) sowie dem langjährigen zweiten Vorsitzenden Hilding Kißler eng zusammengearbeitet. Aber auch über die Landesgrenzen Hamburgs hinaus war Jochen Fischer aktiv. So wurden unter seiner Mitwirkung die „Blindenerholungsheime“ in die AURA-Hotels und –Pensionen übergeführt und auf den modernen Standard gebracht. Für den BSVH bedeutete dies den Umbau des Alfons-Gottwald-Hauses ins AURA-Hotel Timmendorfer Strand im Jahr 2000.
Die Seminar-Reihe zum Thema „Elementar-Rehabilitation für neuer-blindete ältere Menschen“, die seit 1993 für die Landesvereine im DBSV angeboten wird, hat er mit ins Leben gerufen.

Vielen Dank und alles Gute

Das sind nur ein paar wenige Beispiele, die zeigen, wie Jochen Fischer im und außerhalb des BSVH für die Belange blinder und sehbehinderter Menschen eingetreten ist und wie er die neuen Herausforderungen an die Blindenselbsthilfe angenommen hat. Wir wünschen Jochen Fischer und seiner Ehefrau Beatrice alles Gute für den „Ruhe-„ oder „Unruhestand“, vor allem Gesundheit, schöne Erlebnisse mit den Enkelkindern Alma und Theo Fidel und viel Freude bei den Dingen, die man immer schon mal machen wollte….und manchmal einen kleinen Gedanken an den BSVH! Und wie sagt man nun in Hamburg? Tschüss….!!!

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