Im Gedenken an Gerhard Jeschke

17.04.2014 (Kommentare: 2)

„In Hamburg fängt alles, wie die Erfahrung mit so glücklichem Erfolge zeigt, bei Privatpersonen an.“ Dieses Zitat aus einem Buch über wichtige Persönlichkeiten, trifft auch auf Gerhard Jeschke zu, der am 4. April 2014 im Alter von 84 Jahren verstarb.

Als Blindenpädagoge hat Gerhard Jeschke unzähligen blinden und später auch sehbehinderten Schülerinnen und Schülern den Weg in ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben geebnet. Als Leiter der Blinden- und Sehbehindertenschule, heute das Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, hat er sich unauffällig, aber nachhaltig in die Hamburger Sozialpolitik eingemischt. Ein wesentliches Ergebnis war die Gründung der „Vereinigung der Freunde blinder und sehbehinderter Kinder e.V.“, deren Hauptaufgabe die pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Vorschulkinder ist.

An einem „Runden Tisch“ brachte er alle Hamburger Institutionen zusammen, die eine Aufgabe für und mit blinden Menschen in Hamburg erfüllen. Damit ermöglichte er einen regelmäßigen Austausch untereinander, um die Chancen blinder und sehbehinderter Menschen zu verbessern. Als Mitglied und Vorsitzender des „Verbandes für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e.V. hat Gerhard Jeschke stets Impulse zur Aktualisierung der Sonderpädagogik gegeben.

Als Pensionär schrieb er das Buch „Geschichte der Blinden und Sehbehinderten in Hamburg“ und gründete die „Hamburger Stiftung für blinde und sehbehinderte Kinder“.

Gerhard Jeschke wurde aufgrund seines herausragenden Engagements für blinde und sehbehinderte Menschen 2003 zum Ehrenmitglied im Blinden- und Sehbehindertenverein e.V. ernannt. Der BSVH gedenkt ihm als einfühlsamen und unermüdlichen Kämpfer für die Rechte und Chancen der Betroffenen und als langjährigem Wegbegleiter. Wir werden ihn vermissen.

Unser Beileid gilt der Familie und den Freunden des Verstorbenen.

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Kommentar von Tepke Hass | 23.04.2014

Liebes BSVH-Team,
mich hat die Nachricht von Herrn Jeschkes Tod tief berührt und traurig gestimmt. Als ehemalige Schülerin kann ich nur sagen: nicht nur als Lehrer war Herr Jeschke großartig, sondern als Mensch und wird in meiner Erinnerung immer lebendig sein! - Es ist schade, dass wir ehemaligen Schülerinnen nicht an der Gedenkfeier am 28.5.14 am Borgweg dabei sein dürfen. Mein herzliches Beleid für Frau Jeschke und Familie! Tepke Hass

Kommentar von Philippe Rödiger | 29.04.2014

Liebes BSVH-Team

auch mich erschüttert der Tod Gerhard Jeschkes zutiefst. Ich durfte während meiner Schulzeit am Borgweg wiederholt die tolle Arbeitsatmosphäre, die Herr Jeschke immer verbreiten konnte und dadurch seine Schüler immer wieder zu noch besseren Arbeitsergebnissen führte, erleben. Seine stets freundliche und ich will sagen liebevolle Art mit allen Menschen in seiner Umgebung umzugehen, bleiben mir als tiefer Eindruck im Gedächtnis. Ein großer Verlust für Alle, die ihn kannten. Mein Beileid gilt seiner Frau und Familie.

Philippe Rödiger