Hörtheater für blinde und sehbehinderte Menschen

15.04.2016 (Kommentare: 0)

CDU-Fraktion fordert mehr Audiodeskription an Hamburger Theatern

Am heutigen Freitag beschäftigt sich der Kulturausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft mit einem Antrag der CDU-Fraktion zur Erweiterung des kulturellen Angebots für blinde und sehbehinderte Menschen in Hamburg. Die Bürgerschaftsabgeordneten Dietrich Wersich, Franziska Grunwaldt, Ralf Niedmers, Joachim Lenders und Dr. Jens Wolf setzen sich darin für die Erweiterung des Angebots an Theateraufführungen mit Audiodeskription – also der Beschreibung des Geschehens auf der Bühne - an Hamburger Kulturinstitutionen ein. Sie fordern den Senat dazu auf, gemeinsam mit der Betroffenenvertretung in Hamburg ein Konzept zur Umsetzung zu entwickeln und regelmäßig über den Status zu berichten.

Die Bürgerschaftsabgeordneten der CDU-Fraktion machen in ihrem Antrag (Drucksache 21/ 3683) deutlich, dass die Verantwortung für ein entsprechendes Angebot auch auf private Kulturinstitutionen sowie Musical-Veranstalter ausgeweitet werden müsse. Heiko Kunert, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. (BSVH) unterstützt die Forderung. „Es war ein wichtiger erster Schritt, dass die staatlichen Theater in Hamburg seit 2013 zwei Stücke pro Jahr für blinde und sehbehinderte Theaterbesucher zugänglich gemacht haben“, erklärt er. „Kultureinrichtungen, die Förderungen aus öffentlicher Hand erhalten, sollten jedoch auch zu mehr Zugänglichkeit für behinderte Menschen verpflichtet werden“, so Kunert. „Die 3.000 blinden und ca. 40.000 sehbehinderten Menschen in Hamburg sollten wie jeder andere Mensch die Möglichkeit haben, ihre kulturellen Aktivitäten entsprechend ihrer Interessen zu gestalten und nicht nach dem, was ihnen gerade angeboten wird. Dies bedeutet gleichberechtigte Teilhabe“.

Theater mit Audiodeskription in Hamburg

Audiodeskription (AD) ermöglicht es blinden und sehbehinderten Theaterbesuchern, den visuellen Handlungen auf der Bühne zu folgen. In den Dialogpausen werden Erklärungen zur Handlung und gegebenenfalls auch zu Bühnenbild und Kostümen über einen Kopfhörer vermittelt. In Hamburg startete 2013 – ebenfalls durch einen Antrag der CDU-Fraktion auf Initiative des BSVH – ein Pilotprojekt mit zwei Aufführungen. Seit 2014 werden jährlich zwei Stücke an einigen Spieltagen mit AD angeboten. In diesem Jahr realisiert das Ernst Deutsch Theater mit dem Klassiker Kabale und Liebe im Mai sowie dem Singspiel „Leben so wie ich es mag“ im November zwei Stücke mit AD.

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