Hilfsmittelberatung auch zuhause möglich

09.01.2017 (Kommentare: 0)

Der mobile Hilfsmittelberater des BSVH stellt sich vor

Seit Juli verstärkt Stefan Tolzin das Beratungsangebot der Hilfsmittelabteilung des BSVH. In der aktuellen Ausgabe des Mitgliedermagazin "Augenblick mal...!" berichtet er nun von seinen Aufgaben, ersten Erfahrungen und wie er Menschen unterstützt, die aus Mobilitätsgründen die Hilfsmittelberatung des BSVH nicht aufsuchen können.

AM: Herr Tolzin, Sie verstärken seit Juli das Angebot der Hilfsmittelabteilung des BSVH. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Stefan Tolzin: Der Verein hat das mit Mobile Hilfsmittelberatung überschrieben. Das heißt, ich soll Mitglieder, die uns nicht mehr gut erreichen können, weil sie nicht mehr so mobil sind, zuhause aufsuchen und ihnen bei technischen oder sonstigen Problemen mit ihren Hilfsmitteln zur Seite stehen. Im Moment hat es sich heraus kristallisiert, dass das hauptsächlich elektronische Probleme sind mit Mobiltelefonen, normalen Telefonen oder Anrufbeantwortern. Was ich auch viel mache ist, an Fernsehern die Audiodeskription einstellen. Das sind im Moment die Schwerpunkte.

AM: Beraten Sie die Menschen auch zuhause, wenn jemand beispielsweise ein neues Hilfsmittel benötigt und bringen dann auch Hilfsmittel mit?

Tolzin: Das wäre denkbar und ist im Projekt auch so vorgesehen. Stattgefunden hat es bisher noch nicht, weil es solche Anfragen noch nicht gab. Man muss natürlich auch sagen, dass Frau Dütsch und Frau Bause in dem Bereich mit ihrer Erfahrung nach wie vor sehr viel mehr Know how haben, als ich. Aber denkbar ist das.

AM: Das sind ja schon etwas größere Aufgaben, die sie jetzt beschreiben. Kann man Sie denn auch anfragen, wenn zum Beispiel Dinge markiert werden müssen im Haushalt. Sozusagen, wenn der Haushalt mobiler gemacht werden soll mit der Anbringung von Tastpunkten?

Tolzin: Das ist ausdrücklich vorgesehen in der Ausschreibung des Ganzen, das ich hierfür auch da bin. Das hat es bisher auch nicht gegeben, aber ich bin darauf eingestellt, mich damit zu beschäftigen, wenn es auf mich zukommt.

AM: Wer kann denn ihr Angebot in Anspruch nehmen?

Tolzin: Prinzipiell sollte es schon für Leute sein, die uns hier nicht mehr erreichen können im Verein. Das heißt so große Probleme haben, sich zu uns zu bewegen, dass es verhältnismäßiger erscheint, wenn ich zu ihnen komme. Das zeitliche Budget, das für meine Arbeit zur Verfügung steht, ist im Moment sehr beschränkt. Ich arbeite acht Stunden in der Woche und da möchte man natürlich auch ein paar Mitglieder unterbringen. Das wird wohl so sein, dass wir schon relativ kritisch mal drauf gucken müssen, wo wir hinfahren können und wer vielleicht doch zu uns kommen muss.

AM: Richtet sich das Angebot ausschließlich an Mitglieder des BSVH?

Tolzin: Soweit ich weiß, ist es auch für Nicht-Mitglieder denkbar. Das hat es auch schon gegeben. Das sind aber Einzelfallentscheidungen, die Frau Dütsch und Frau Bause für mich treffen. Also die Entscheidung, wo ich hingehe, die treffe ich nicht, sondern Frau Dütsch und Frau Bause. An die man sich auch wendet, wenn man eine Anfrage hat.

AM: Genau das wäre meine nächste Frage gewesen – wie kann man Ihre Beratung in Anspruch nehmen? An wen muss man sich wenden?

Tolzin: Man wendet sich an Frau Dütsch oder Frau Bause und trägt sein Anliegen vor und wenn eine der beiden der Meinung ist, dass dies ein Auftrag für mich ist, dann bekomme ich die Mitteilung und werde mich dann bei dem Mitglied oder Nicht-Mitglied zurück melden und dann besprechen wir das.

AM: Frau Bause und Frau Dütsch, die Hilfsmittelberaterinnen des BSVH erreichen Interessierte unter der Telefonnummer (040) 209 404-11 oder -17. Sie sagten ja schon, dass Sie ein eingeschränktes Stundenbudget haben. Müssen Interessierte mit längeren Wartezeiten rechnen?

Tolzin: Im Moment schaffen wir es im Allgemeinen innerhalb von ein bis zwei Wochen auf die Anfragen einzugehen. Man kann es aber natürlich zum Ausdruck bringen, wenn es eine besondere Dringlichkeit hat. Wir haben dann auch schon Aufträge sehr direkt zwischengeschoben und teilweise auch noch am gleichen Tag ausgeführt. Wir bemühen uns, den Bedürfnissen nachzukommen und tun, was wir können in Sachen Flexibilität.

AM: Eine letzte, aber nicht weniger entscheidende Frage habe ich noch: Kommen Kosten auf diejenigen zu, die sie Zuhause besuchen?

Tolzin: Nein. Die Kosten trägt der Verein. Soweit ich weiß, ist noch eine Stiftung daran beteiligt, das Angebot zu finanzieren. Und bezahlen muss dafür niemand.

AM: Da kann ich noch hinzufügen, dass dieses Angebot dank der Unterstützung der Edith-Will-Stiftung zustande gekommen ist und für Ratsuchende, die die mobile Hilfsmittelberatung in Anspruch nehmen keine Kosten entstehen. Ich danke Ihnen ganz herzlich, Herr Tolzin und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg für die mobile Hilfsmittelberatung.

Tolzin: Vielen Dank.

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