Hilfe für das persönliche Umfeld

13.09.2016 (Kommentare: 0)

Neue Angebote für Angehörige von blinden und sehbehinderten Menschen

Der Eintritt einer Sehbehinderung oder Erblindung bedeutet einen tiefen Einschnitt im Leben der Betroffenen. Aber auch für sehende Angehörige verändert sich vieles. Ehe- oder Lebenspartner, Eltern, Kinder oder Geschwister sind oft überfordert und wissen nicht mit der Situation umzugehen. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) bietet deshalb ab sofort eine Telefonsprechstunde sowie psychologische Beratung für Angehörige von blinden und sehbehinderten Menschen an.

„Der Eintritt des Sehverlustes ist auch für das persönliche Umfeld der Betroffenen schwierig“, weiß Heiko Kunert, Geschäftsführer des BSVH. „Um den Alltag zu bewältigen, sind die Betroffenen plötzlich auf vielen Ebenen auf Hilfe angewiesen. Einen Großteil davon übernimmt das direkte Umfeld. Wir möchten deshalb auch den mitbetroffenen Menschen eine Hilfestellung geben“, so Kunert. Unter der Telefonnummer (040) 209 404 26 erreichen Angehörige ab sofort an jedem Mittwoch von 11 bis 13 Uhr während der Telefonsprechstunde kompetente Beraterinnen. Ihnen können sie Fragen zu ihrer veränderten Lebenssituation stellen und sich Informationen zum Thema Sehverlust einholen.

Auch emotional muss die neue Situation von allen Beteiligten verarbeitet werden. „Wir haben in der Beratung festgestellt, dass Betroffene häufig Schwierigkeiten haben, Ihren Angehörigen zu vermitteln, wie es Ihnen geht. Natürlich gibt es diese Probleme auch umgekehrt. Es ist auch für ein Kind oder einen Ehepartner schwierig, mit der neuen Situation umzugehen,“ erklärt Christiane Rupp. Sie ist Diplom-Psychologin und bietet die psychologische Beratung beim BSVH an. Sie kennt die Schwierigkeiten sehr genau, denn sie hat selbst eine zunehmende Verschlechterung der Sehkraft. „Ich kann dadurch vieles auf der Gefühlsebene nachempfinden“, so Rupp. „Das macht es den Menschen in meiner Beratung leichter.“

Die psychologische Beratung findet am ersten und dritten Dienstag im Monat nach Terminvereinbarung im Louis-Braille-Center, Holsteinischer Kamp 26, statt. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 209 404 0. Auch die Anmeldung für die psychologische Beratung ist unter dieser Nummer möglich.

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