Führungskräfteprogramm zu Gast beim BSVH

16.12.2014 (Kommentare: 0)

Was können Führungskräfte aus der Wirtschaft von Menschen lernen, die Führungspositionen in einer gemeinnützigen Organisation bekleiden? Welches gemeinsame Anliegen haben diese Menschen für unsere Stadt und unsere Gesellschaft – also welchen „Common purpose“? Dies sind die zentralen Fragen, mit denen sich die weltweit agierende Organisation gleichen Namens beschäftigt. „Common purpose“ bietet Führungskräfte- Trainings für Verantwortungsträger aus einer Stadt oder Region. In Großbritannien gegründet, gibt es das Programm auch in Deutschland schon seit zehn Jahren. „Es geht uns darum, Führungskräfte aus Wirtschaft, öffentlichen und gemeinnützigen Organisationen miteinander und voneinander lernen zu lassen“, erklärt Nina-Kristin Lederer, Programmanagerin das „Common purpose“-Prinzip. „Für die Teilnehmer laden wir Experten und Praktiker aus der ganzen Stadt als Referenten und Gesprächspartner ein, damit die Teilnehmer unterschiedliche Perspektiven kennen lernen.“

Einer dieser Experten ist Heiko Kunert, Geschäftsführer des BSVH. Er hat selbst bereits am „Common purpose“-Programm „Navigator“ für aufstrebende Führungskräfte teilgenommen und von den vielfältigen Erfahrungen und Eindrücken profitiert. Am 26. November lud er die Teilnehmer des aktuellen Kurses in die Räume des Louis-Braille-Centers ein und referierte zum Thema Netzwerken – einem Grundgedanken von „Common purpose“. Kunert erklärte den Teilnehmern, wie eine Organisation wie der BSVH vom Austausch mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen profitiert. „Wir stehen mit unserem Anliegen eher am Rand der Gesellschaft“, so Kunert „Deshalb ist es für uns besonders wichtig, Menschen von unserem Thema zu überzeugen. Diese öffnen uns wiederum die Türen zu anderen Menschen.“ So konnte beispielsweise eine Hamburger CDU-Politikerin - ein Netzwerkkontakt - dafür begeistert werden, sich für Theateraufführungen mit Audiodeskription stark zu machen. Auch entstand – direkt über das „Common purpose“-Programm – zur letzten Europawahl ein Projekt, bei dem Heiko Kunert die Wahlwebsites der Parteien auf Barrierefreiheit prüfte. „Auch bei „Common purpose“ kommen Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen und profitieren von den Erfahrungen und Expertisen der Anderen – das ist netzwerken.“ fasst Kunert abschließend zusammen.

Das weiß auch Jakob Kotzerke. Er ist Projektmanager beim Hamburger Ensemble Resonanz und dort für das Ticketing der ensembleeigenen Veranstaltungen zuständig. Seit August nimmt er am „Common purpose“-Programm teil.„Ich bin neu in Hamburg. Durch das Programm und die Philosophie, die dahinter steckt, habe ich die ideale Möglichkeit, mich als Vertreter einer gemeinnützigen Organisation mit Menschen aus unterschiedlichsten Disziplinen zu vernetzen und Kontakte zu knüpfen,“ erklärt Kotzerke. „Ich erhalte so einen anderen Einblick in die Stadt. Davon kann ich für meine Arbeit und auch persönlich nur profitieren.“ Anne-Marie Schön, Leiterin der Bücherhalle in Wandsbek, bestätigt diese Ansicht: „Gerade der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen reizt mich. Dadurch bekomme ich eine andere Sichtweise auf bestimmte Dinge. Das Programm regt in vielen Dingen zum Nachdenken an und zwingt mich, auch einmal aus anderen Perspektiven auf Sachverhalte zu sehen,“ so Schön.

„In unseren Begegnungen lernen alle von allen – gegenseitig und gleichberechtigt, egal aus welchem beruflichen Kontext sie kommen. Wir erleben zum Beispiel oft, dass Führungskräfte aus der Wirtschaft aus Gesprächen mit Führungskräften aus gemeinnützigen Organisationen mit einer gewissen Demut herauskommen“, stellt Julia Nitz, Programmkoordinatorin bei „Common purpose“ fest. „Sie schätzen die Ausdauer und die Leidenschaft, die mit der Arbeit im gemeinnützigen Sektor einhergeht, obwohl teilweise erschwerte Rahmenbedingungen vorherrschen. Heiko Kunert und der BSVH sind dafür ein wunderbares Beispiel.“

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