50 Jahre Hamburger Blinden- und Sehbehindertenschule am Borgweg

21.02.2013 (Kommentare: 0)

Hamburger Blinden- und Sehbehindertenschule  am Borgweg 1966
Hamburger Blinden- und Sehbehindertenschule am Borgweg 1966

Am Sonntag den 24. Februar um 19:30 Uhr sendet das NDR-Hamburg-Journal im Rahmen seiner Reihe „Hamburg damals“ einen Beitrag zu 50 Jahre Blinden- und Sehbehindertenschule am Borgweg.

In diesem Jahr besteht die Hamburger Blinden- und Sehbehindertenschule am Borgweg 50 Jahre. Mit dem 1963 eingeweihten Neubau des heutigen Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte hatte Hamburg nicht nur eine der modernsten Schulen Deutschlands für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler, sondern die Borgweg-Schule stand in den 60er und 70er Jahren auch für grundlegende Reformen in der Blinden-und Sehbehindertenpädagogik.

Eine gemeinsame Schule für blinde und sehbehinderte Kinder

Blinde und sehbehinderte Kinder hatten in Hamburg – anders als in den übrigen Bundesländern –eine gemeinsame Schule. Die sehr differenzierten und individuellen Fördermöglichkeiten kamen besonders den hochgradig sehbehinderten und den von Blindheit bedrohten Schülerinnen und Schülern zugute. Es galt das Prinzip Sehtraining statt Sehschonung. Die besondere Philosophie der Hamburger war unter „Sonderpädagogen“ allerdings höchst umstritten. Ilse Lange ist blind und ging noch in der Finkenau zur Blinden- und Sehbehindertenschule: „Es war so beengt, dass ein neuer Klassenraum durch Abtrennen eines Flures mit einer Holzwand geschaffen werden musste. Das Internat befand sich damals unterm Dach.“ An der Borgweg-Schule direkt am Stadtpark war ein neues Internat für auswärtige Schülerinnen und Schüler entstanden. Die neuen hellen und freundlichen Klassen-, Gruppen- und Fachräume ermöglichten nun einen optimalen Unterricht. Kleine Klassen mit 7 bis 13 Kindern sowie spezielle von einem engagierten Lehrerkollegium selbst erstellte Lehrmaterialien kennzeichnen noch heute die Schule am Borgweg.

„Inklusives Lernen“, das wär was…

Karsten Warnke wurde 1963 aufgrund seiner Sehbehinderung in die vierte Klasse der Schule am Borgweg umgeschult. „Sicher hätten wir uns damals gewünscht, mit anderen nichtbehinderten Kindern gemeinsam unterrichtet zu werden, aber am Borgweg haben wir die bestmögliche Förderung trotz Behinderung erfahren,“ erklärt Warnke. „Das hat uns für das spätere Berufsleben besonders fit gemacht.“ Karsten Warnke ist heute 2. Vorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg und engagiert sich für den Abbau von Barrieren. „Wenn ich heute auf das Thema „inklusiver Unterricht“ angesprochen werde, dann ist für mich wichtig darauf hinzuweisen, dass dies für blinde und sehbehinderte Kinder nicht ohne Kleinstklassen, individueller Förderung und speziellen Unterrichtsmaterialien und –medien sowie speziellen Inklusionslehrern möglich ist“.

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