DBSV fordert Bundesteilhabegeld auch für blinde und sehbehinderte Menschen

28.11.2013 (Kommentare: 0)

In dieser Woche fand in Magdeburg die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) statt. Auf der Tagesordnung stand auch das sogenannte Bundesteilhabegeld, das in den kommenden Jahren eingeführt werden soll - ein bundesweit einheitlicher Nachteilsausgleich für behinderte Menschen. Der DBSV setzt sich dafür ein, dass auch blinde und sehbehinderte Menschen zukünftig das Bundesteilhabegeld erhalten. So könnten bestehende Ungerechtigkeiten beseitigt werden, denn bisher bekommen die Betroffenen je nach Wohnort extrem unterschiedliche Blindengeld-Leistungen.

Den Sozialministern der 16 Bundesländer wurde deshalb beim Eintreffen im Tagungshotel ein Brief des DBSV mit einer entsprechenden Forderung überreicht. Die Adressaten benötigten kompetente Hilfe oder ein Braille-Alphabet, um das Schreiben zu lesen, weil es in Blindenschrift gedruckt ist. So konnten sie sich für einen kurzen Moment in die Lage eines blinden Menschen versetzen, der ständig auf Assistenz und Hilfsmittel angewiesen ist - und damit auf einen fairen Nachteilsausgleich, wie ein Bundesteilhabegeld ihn bieten könnte.

Gastgeber der ASMK war der Sozialminister Sachsen-Anhalts, Norbert Bischoff. Nach einem monatelangen Kampf ums Blindengeld in seinem Bundesland setzt er sich nun für eine bundesweit einheitliche Regelung ein und wird von der Nachrichtenagentur dpa wie folgt zitiert: "Wir fordern schon lange, dass es möglichst bundeseinheitliche Regelungen gibt für Menschen mit Behinderungen zur Teilhabe, zum Leben in der Gesellschaft. Das ist zwar bundesgesetzlich geregelt, aber in den Ländern unterschiedlich ausgelegt. Vieles hängt auch davon ab, wie finanzstark die Länder sind. Wir haben die Überzeugung: Was jemand bekommt, kann nicht davon abhängen, in welchem Land er lebt."

Auch DBSV-Präsidentin Renate Reymann setzt auf das Teilhabegeld: "Weil die Landesblindengelder immer wieder nach Kassenlage gekürzt wurden, ist in Deutschland eine unhaltbare Situation entstanden. Ein Bundesteilhabegeld auch für blinde und sehbehinderte Menschen, das unabhängig von Einkommen und Vermögen gewährt wird, kann diese Schieflage beenden. Von der ASMK muss ein starkes Signal in diese Richtung ausgehen - und die zukünftige Bundesregierung muss dieses Signal dann auch hören."

Weitere Informationen unter www.teilhabegesetz.org

Quelle: DBSV-direkt

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