Das verflixte "M" muss weg! Jetzt erst recht!

10.07.2015 (Kommentare: 10)

Vor einiger Zeit berichteten wir über die veränderten Linienbezeichnungen der Hamburger MetroBus-Linien. Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 verzichtet der HVV bei der Fahrtzielanzeige auf das Wort MetroBus und stellt stattdessen ein „M“ vor die Liniennummer. Für blinde, sehbehinderte, aber auch normal sehende Fahrgäste ist dies verwirrend, da z.B. die Linie „M4“ leicht als Linie 114 oder „M5“ als 115 gelesen wird. Der BSVH hat sich deshalb an den Hamburger Verkehrsverbund gewandt, mit der Bitte, dass „M“ zu streichen und damit einen freien Blick auf die Liniennummern zu gewährleisten.

Nach mehrmaliger Nachfrage hat der HVV nun ein internes Positionspapier zu dem Thema als Antwort geschickt. In diesem Schreiben stellt der HVV klar, dass die Bezeichnung nicht mehr geändert wird. Man geht davon aus, dass es sich bei den Beschwerden um das normale „Murren“ bei Umstellungen handelt und sich die Fahrgäste sicher bald daran gewöhnen werden. Diese Antwort kann der BSVH nicht hinnehmen und hat den HVV deshalb dringend um einen Gesprächstermin gebeten. Darüber hinaus soll die Hamburger Presse über das Thema informiert werden. Denn hier geht es darum, dass wir eine Verschlechterung in der Mobilität für blinde und sehbehinderte Menschen hinnehmen sollen. Der BSVH ist noch immer der Ansicht:
Das verflixte „M“ muss wieder weg!

Bitte unterstützen Sie uns bei der Durchsetzung dieses Vorhabens, indem Sie sich direkt beim HVV über das „M“ beschweren. Die Verantwortlichen sollen merken, dass sich das Problem nicht „aussitzen“ lässt, sondern dass es sich hierbei um die bewusste Einschränkung der Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr handelt, die sich Betroffene nicht einfach gefallen lassen.

Wenden Sie Ihre Beschwerde bitte auf folgendem Wege an den HVV:

Telefonisch unter der Nummer 040 / 19449
Per E-Mail an info@hvv.de
Per Post an:
Hamburger Verkehrsverbund GmbH
Steindamm 94
20099 Hamburg

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Kommentar von Görsch | 13.07.2015

Ja, das ist doch ein Leichtes, sich als freundliche Stadt, als freundliches Unternehmen zu präsentieren - bitte verzichten Sie doch auf das M.

Kommentar von Roman Berlin | 13.07.2015

Kopiert aus meinem Kommentar zum NDR-Beitrag:

Zur Frage, warum das "M" eingeführt wurde: Die Metrobusse sollten "besonders" gekennzeichnet werden. Deswegen stand an den Anzeigen bislang immer:

METROBUS
FAHRZIEL

Leider gab es bei dem Fahrziel immer das Problem mit den Abkürzungen:

RÜBENK. Ü. U KEL.

oder so ähnlich. Außerdem konnte man nur den Stadtteil oder den Namen der Endhaltestelle hinschreiben. Bei weniger bekannten Orten, weiß man nicht, in welchem Stadtteil diese Haltestelle liegt - und bei alleiniger Angabe des Stadtteils wusste ein Nicht-Ortskundiger nicht, wo in diesem Stadtteil dieser Bus endet.

Darum wurde immer wieder das "M" gefordert.

Die hier erwähnte Problematik ist im Grunde total irrelevant, da der M4 die Linie 114 an keinem Punkt berührt. Berührungspunkte gibt es nur bei den Linien M1/111 und M2/112 in Altona. Hier kann man sich aber auf das Fahrziel verlassen.

Die einzige wirkliche Problematik besteht bei den Linien 118 und M8 im Bereich Wandsbek/Bramfeld/Steilshoop. Hier könnte ein einfaches Klemmschild ausreichen. Druckkosten für die Schilder inkl. Laminierung lägen bei maximal 150 €...

Zum NDR-Beitrag:
http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Kommt-der-Bus-M4-oder-der-Bus-114,metrobus102.html

Kommentar von Petra | 13.07.2015

Einen "Punkt" scheinen sie ja zu haben in der merkwürdigen EDV. Da könnte man doch vorübergehend M.18 schreiben. Hilft vielleicht schon ein wenig.

Kommentar von Roman Berlin | 13.07.2015

@Petra

Es gibt auch Leerzeichen im EDV-System. Allerdings nicht im Linienziel. Im Linienziel sind nur 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 0, U, S, E und seit kurzem auch M möglich. Einige Systeme ermöglichen auch A und R. Im Linienfeld hingegen hat man eigentlich eine beliebige Auswahl.

Kommentar von Karsten Warnke | 13.07.2015

Wer weiß denn schon, wo sich welche Buslinien kreuzen. Es geht doch darum, dass generell eine Liniennummer wie 24, 15 oder 5 noch von vielen sehbehinderten Fahrgästen eindeutig identifiziert werden konnten. Für M24, M15 oder M5 gilt dies nicht mehr, weil diese Linienbezeichnungen wie 124, 115 oder 15 wahrgenommen werden. Ein Punkt oder ein Leerzeichen zwischen M und Nummer vergrößern nur die Schwierigkeiten, weil die Zeichen dann noch enger zusammenrücken müssen, weil auf Displays und den Schildern von Haltemasten nicht mehr Platz ist.

Kommentar von Roman Berlin | 13.07.2015

Es kreuzt sich gar nicht - Das sollte einfach in die Köpfe. Und eine Linie 115 gibt es in Hamburg überhaupt nicht. Und jeder weiß eigentlich, wo seine Linie langfährt (auf dem Abschnitt, auf dem man fährt) und wo sie hinfährt.

Kommentar von Sandra | 14.07.2015

Auch Sehbehinderte wollen zu Orten fahren, die sie vorher noch nicht besucht haben und wollen sich selbstständig fortbewegen. Müssen sie dann an jeder Haltestelle alle Bus nummern studieren um nicht in den falschen Bus zu steigen? Es wird dauernd von Inklusion gesprochen, aber hier werden die Bedürfnisse einer Randgruppe missachtet.
Aber an dieser Randgruppe verdient der HVV auch nichts, vielleicht ist es deshalb egal?!

Kommentar von Roman Berlin | 14.07.2015

Ja?

Ich bin zwar nicht sehbehindert, aber wenn ich irgendwohin möchte, wo ich nicht weiß, wie ich dahin komme, gucke ich schon nach, mit welcher Linie ich wohin fahre und welches Ziel die Linie hat (damit ich nicht in die falsche Richtung fahre).

Kommentar von Sandra | 14.07.2015

@Roman Berlin
Vielleicht ist das tatsächlich der Knackpunkt:Du bist nicht sehbehindert (herzlichen Glückwunsch dazu). Mein Mann ist sehbehindert und sieht die Busnummern so undeutlich und verschwommen, das die M8 eben leicht mit der 118 zu verwechseln ist und man leicht im falschen Bus landen kann. Nicht jeder Sehbehinderte möchte in den Bus steigen und sagen "Ich bin sehbehindert. Sind sie die 8 oder die 118?"
Von daher finde ich schon, dass der HVV einlenken könnte.

Kommentar von Roman Berlin | 14.07.2015

@Sandra Wie geschrieben, bei der M8/118 gibt es wirklich ein Problem, da es ähnlich aussieht, jedoch häufig an gleichen Haltestellen hält und es in der HVZ gleiche Endhaltestellen gibt. Hier wäre jedoch meine Klemmschild-Alternative wesentlich günstiger.