Bürgerschaft beschließt: Hamburg erhält ein Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit

20.12.2017 (Kommentare: 0)

Seit 2014 streiten der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH), die Landesarbeits-gemeinschaft für behinderte Menschen und der Verein Barrierefrei Leben e.V. dafür. Nun soll es 2018 kommen: ein Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit. Dies beschloss die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer heutigen Sitzung. Das Kompetenzzentrum berät zukünftig Behörden, Ämter und öffentliche Institutionen zu allen Fragen der Barrierefreiheit, z.B. im öffentlichen Raum oder im Personen-nahverkehr. Bisher wurde diese Arbeit von den Organisationen für behinderte Menschen hauptsächlich ehrenamtlich geleistet.

„Der Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft, ein Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit einzurichten, ist ein Meilenstein für behinderte Menschen in Hamburg“, erklärt Karsten Warnke, Experte für Barrierefreiheit und Mitglied im Vorstand des BSVH. Er ist seit Jahren als Berater für öffentliche Stellen tätig und hat das Konzept für das Kompetenzzentrum maßgeblich erarbeitet. „Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) fordert Barrierefreiheit als Voraussetzung für eine inklusive, diskriminierungsfreie Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen. Wir haben nun deutlich bessere Bedingungen, um diesen Anspruch voranzutreiben“, so Warnke.

1991 wurde in Hamburg zur Förderung der Barrierefreiheit das „Beratungsstellennetzwerk Hamburger Straße“ gegründet. Diesem gehören die LAG für behinderte Menschen, Barrierefrei Leben e.V., der BSVH sowie der Bund der Schwerhörigen an. Außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsstab der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner und dem Landes-Seniorenbeirat.

Die Experten des Netzwerks beraten und unterstützen durch die Teilnahme an Planungsvorstellungen, Ortsbegehungen, umfassende Stellungnahmen oder der Mitarbeit in entsprechenden Gremien, z.B. beim HVV. Diese Arbeit wird bisher zu einem großen Anteil auch ehrenamtlich durch die Selbsthilfeorganisationen geleistet. Aufgrund des stetig steigenden Beratungsbedarfs stoßen die Experten daher seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen. Das bereits vorhandene Know-how soll nun im neu zu schaffenden Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit gebündelt, koordiniert und durch die Schaffung hauptamtlicher Stellen weiter entwickelt werden.

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