BSVH im Gespräch mit Ingrid Körner

20.10.2015 (Kommentare: 0)

Besuch bei der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen

In der vergangenen Woche trafen sich die 1. Vorsitzende des BSVH, Angelika Antefuhr, und der Geschäftsführer Heiko Kunert zum Gespräch mit der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner. Der Termin fand in der „Woche des Sehens“ statt, die jedes Jahr auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland aufmerksam macht. Anlass war Frau Körners Bestätigung im Amt bis 2020. Die Vertreter des BSVH nutzten diese Gelegenheit, um über die Belange blinder und sehbehinderter Menschen in Hamburg zu sprechen.

Ein wichtiges Anliegen des BSVH ist die Implementierung einer Grundrehabilitation für Menschen mit Sehverlust. Betroffenen stehen – anders als nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall – keine Maßnahmen zur Bewältigung der Erkrankung zur Verfügung. Dazu gehören nach Meinung der Experten nicht nur die Hilfen für den Alltag, wie ein Orientierungs- und Mobilitätstraining, sondern auch psychologische Betreuung sowie die Unterstützung bei rechtlichen und sozialen Fragestellungen. „Der Blinden- und Sehbehindertenverein versucht, den Bedarf so gut es geht zu decken“, erklärt Heiko Kunert, Geschäftsführer des BSVH. „Aber die Selbsthilfe kann dies nicht alleine leisten, deshalb fordern wir die Entwicklung von Strukturen und Angeboten, die als Rehabilitation anerkannt werden.“ Ingrid Körner pflichtete dem bei und versprach, sich diesbezüglich für ein gemeinsames Treffen mit Vertretern der Sozial- und Gesundheitsbehörden stark zu machen.

Experten in eigener Sache an der Grenze der Beratungsleistung

Natürlich war auch die Barrierefreiheit in Hamburg ein zentrales Thema des Treffens. Neben den alltäglichen Problemen und Ärgernissen, wie den geräuschlos schließenden Türen der U-Bahn-Waggons der DT5-Reihe, stand hierbei die Beratungstätigkeit durch die Selbsthilfe im Vordergrund. Der BSVH macht sich gemeinsam mit weiteren Interessenvertretern für die Belange behinderter Menschen für die Einrichtung eines Kompetenznetzwerks für Barrierefreiheit in Hamburg stark. Es soll helfen, den Beratungsbedarf, der zu einem großen Teil ehrenamtlich geleistet wird, zu decken. „Wir stoßen definitiv an unsere Grenzen“, unterstreicht Angelika Antefuhr. „Es ist durchaus eine positive Entwicklung, dass wir in die Planungen bei Umwelt- und Verkehrsgestaltungen beratend einbezogen werden. Aber wir müssen diese Leistungen auch erbringen können“, so Antefuhr. Ingrid Körner, die sich aktiv für die Schaffung eines Kompetenznetzwerks einsetzt, sagte dazu: „Wir müssen den Druck gemeinsam hoch halten, um das Ziel der Einrichtung eines Kompetenznetzwerks voran zu treiben. Das ist ein wichtiger Punkt und ich unterstütze dies entschieden“, so Körner.

Unterstützung bundesweiter Forderungen

In dem konstruktiven Gespräch kamen aber auch die bundesweit relevanten, politischen Themen Bundesteilhabegesetz und die Forderung nach einer bundeseinheitlichen Blindengeldlösung auf den Tisch. Die Vertreter des BSVH wollten von der Senatskoordinatorin wissen, ob und wie sie sich zu diesen Forderungen einbringen werde? Ingrid Körner versprach, das Thema ins Gespräch mit der kürzlich berufenen Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Dr. Melanie Leonhard, einzubringen. Darüber hinaus will sie es beim nächsten Treffen der Landesbehindertenbeauftragten ansprechen, um ein strategisches Vorgehen auf Bundesebene abzustimmen.

Die erste Vorsitzende des BSVH, Angelika Antefuhr, Senatskoordinatorin Ingrid Körner, Petra Busch, zuständig für den Landesbeirat und das Gleichstellungsrecht und der Geschäftsführer des BSVH Heiko Kunert(v.l.)
Die erste Vorsitzende des BSVH, Angelika Antefuhr, Senatskoordinatorin Ingrid Körner, Petra Busch, zuständig für den Landesbeirat und das Gleichstellungsrecht und der Geschäftsführer des BSVH Heiko Kunert(v.l.)

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