Barrierefreiheit im NDR: Die Zusagen bleiben vage

09.09.2011 (Kommentare: 0)

Einen weiteren Ausbau barrierefreier Angebote des NDR hat Intendant Lutz Marmor am 2. September bei der Informationsveranstaltung "Barrierefreier Rundfunkzugang" in Hamburg angekündigt. So soll die Untertitelungsquote weiter zügig ausgebaut werden. "Bis Ende 2013 streben wir im NDR Fernsehen eine Quote von über 50 Prozent an. Im Ersten möchten wir bis Ende 2013 möglichst alle Sendungen des NDR untertiteln", sagte Marmor. Zu dem Treffen hatte der NDR Vertreterinnen und Vertreter von Hör- und Sehbehindertenverbänden aus Norddeutschland in den Sender eingeladen. Vom BSVH nahmen Hilding Kißler, zweiter Vorsitzender und Hörfilmbeauftragter, und PR-Referent Heiko Kunert teil.

Bei der Audiodeskription werde der NDR den Schwerpunkt weiterhin auf fiktionale Formate legen. "Unser Ziel ist es, nach Möglichkeit ab 2013 alle Fernsehfilme und Serien, die der NDR ins Erste einbringt, auch in einer Hörfilmfassung anzubieten", so der NDR Intendant. Auch im NDR Fernsehen werde die Zahl der fiktionalen Sendungen mit Audiodeskription spürbar steigen. Hier sollen insbesondere identitätsstiftende regionale Formate wie etwa "Neues aus Büttenwarder" berücksichtigt und künftig mit Audiodeskription produziert werden.

Der BSVH hält die Zusagen des NDR für den Ausbau des Hörfilm-Angebots für zu vage. So Wies Heiko Kunert darauf hin, dass NDR und ARD im internationalen Vergleich schlecht dastehen und die Konzentration auf fiktionale Formate nicht ausreicht: "Der ORF bietet Sport-Übertragungen, Casting-Shows und andere Medien-Ereignisse mit Audiodeskription an. Die BBC hat sogar eine Hörfilm-Quote von 20 Prozent. Da müssen wir auch hin."

Hilding Kißler forderte außerdem, dass bei Moderatoren von Sendungen ein Bewusstsein dafür entstehen sollte, dass es auch blinde Zuschauer gibt. "Manchmal würde eine einfache Umformulierung genügen und wir hätten mehr vom Programm", so Kißler. "Blinde und sehbehinderte Menschen sollen ab 2013 Gebühren zahlen. Das ist unvertretbar, wenn das Hörfilm-Angebot nicht zügig, umfassend und verbindlich ausgebaut wird", lautet das Fazit des zweiten BSVH-Vorsitzenden nach dem Treffen beim NDR.

(Heiko Kunert)

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