Auf dem Weg zum barrierefreien Museum - Fachworkshop in Berlin

07.11.2017 (Kommentare: 0)

Seit Oktober ist die Dauerausstellung der Berlinischen Galerie für blinde und sehbehinderte Menschen eigenständig zugänglich. In enger Kooperation mit dem DBSV wurde über zwei Jahre daran gearbeitet, die Sammlungspräsentation "Kunst in Berlin 1880-1980" mit Tastmedien, Leitsystem und einer Museums-App auszustatten, um ein inklusives Kunsterlebnis zu schaffen. In einem Fachworkshop am 24. November sollen nun die Erfahrungen ausgewertet und die Übertragbarkeit auf andere Ausstellungen ausgelotet werden.

Der Fachworkshop möchte Erfolge, aber auch Herausforderungen reflektieren und Perspektiven für die Übertragung auf andere Museen entwickeln. Gemeinsam mit Projektbeteiligten werden der Verlauf und die Ergebnisse des Projekts vorgestellt. Im Vordergrund stand der gemeinsame Lernprozess, der gezeigt hat: Es gibt zwar allgemeine Grundsätze und Normen für die Umsetzung von Tastbildern, Leitsystemen und Audioguides, aber um ein konkretes Kunstwerk erlebbar zu machen und nicht nur darüber zu informieren, ist jeweils ein intensiver Prozess im Dialog zwischen Fachleuten und Menschen mit Seheinschränkung nötig.

Immer wiederkehrende Fragestellungen aus diesem Prozess waren:

  • Wie muss eine Bildbeschreibung beschaffen sein, um einen lebendigen Eindruck von einem Gemälde zu geben?
  • Wie kann ein Tastbild so gestaltet werden, dass es ähnliche Assoziationen auslöst wie das Betrachten des Originals?
  • Wie funktioniert ein Leitsystem mit Orientierungs-App, wenn eine zuverlässige Indoor-Navigation noch nicht zur Verfügung steht?

Beiträge von Gästen aus Politik und Museum geben zusätzliche Impulse für den Austausch, um mit allen Teilnehmenden über die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die Einführung inklusiver Vermittlungsangebote und nachhaltige Veränderungen des Museumsbetriebes zu diskutieren.

Das Projekt "Kultur mit allen Sinnen" ist eine Kooperation der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Es wurde unterstützt von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und gefördert durch die Aktion Mensch. Projektpartner waren zudem der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV), der das Projekt mit vielen haupt- und ehrenamtlichen Expertinnen und Experten für Kunst, Orientierung und Barrierefreiheit maßgeblich mit geprägt hat, sowie im Bereich der Tastreliefs die Deutsche Blindenstudienanstalt (blista) und die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB).

Der Fachworkshop findet statt am 24. November 2017, 9:30 - 13:00 Uhr in der Berlinischen Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin. Die Einladung mit komplettem Programm und Anmeldeformular finden Sie unter:

www.dbsv.org/museum.html

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