Was geschieht auf Hamburgs Bühnen?

07.03.2013 (Kommentare: 1)

BSVH regt Antrag zur Förderung von Audiodeskription an Hamburger Theatern an

Auf Initiative des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. stellten Abgeordnete der CDU-Fraktion im vergangenen Jahr einen Antrag zur Förderung von Audiodeskription an Hamburger Theatern. Ende Januar beschloss der Kulturausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft einstimmig einen entsprechenden Antrag an den Senat.

"Die Teilhabe am kulturellen Leben ist ein Recht, das niemandem verwehrt bleiben darf. Hamburg ist eine Kulturstadt mit bedeutenden und beliebten Theatern. Es ist nicht hinzunehmen, dass rund 3.000 blinde und mehr als 40.000 sehbehinderte Menschen, die in dieser Stadt leben, davon bis heute weitgehend ausgeschlossen sind“, erklärt Katharina Wolff, Mitglied im Sozial- und Kulturausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft. „Deshalb habe ich gerne die Anregung des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg aufgenommen, Audiodeskription in Hamburgs Theatern zu fördern und in der Bürgerschaft einen entsprechenden Antrag gestellt. Im Januar ist der Kulturausschuss einstimmig meinem Antrag gefolgt. Ich freue mich, wenn dadurch für Blinde und Sehbehinderte in Hamburg zukünftig ein barrierefreier und besserer Zugang zur Kultur möglich wird."

Hilfestellung zur kulturellen Teilhabe

Trotz bestehender Eingliederungshilfen und Nachteilsausgleiche kann von Teilhabe am kulturellen Leben für blinde und sehbehinderte Menschen noch keine Rede sein. Kinofilme, Musicals oder Theateraufführungen werden meist nur eingeschränkt erlebt, da die rein visuellen Handlungen auf Bühne oder der Leinwand nicht erfasst werden können. Durch eine Audiodeskription, also die akustische Erklärung dessen, was dort gerade passiert, ist der Kontext des Gesprochenen besser nachvollziehbar.

Der Antrag der Bürgerschaft sieht im ersten Schritt eine Prüfung der Möglichkeiten für die Umsetzung einer Audiodeskription vor. So soll ein Pilotprojekt für die Dauer von zunächst einem Jahr unterstützt werden. Darüber hinaus wird evaluiert, inwieweit eine Audiodeskription bereits bei anderen kulturellen Einrichtungen in Hamburg angeboten wird. Des Weiteren sieht der Beschluss eine Kooperation mit der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen und dem BSVH vor. "Der BSVH engagiert sich intensiv für den Ausbau von Audiodeskription - im TV, aber auch in Theatern, bei Musicals und Opern“, erklärt Heiko Kunert, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. „Hierzu haben wir in den letzten Jahren viele Gespräche mit Hamburgs Politikerinnen und Politikern geführt. Es freut uns sehr, dass die CDU unser Anliegen aufgegriffen hat. Jetzt werden wir bei Senat und Theatern darauf drängen, dass es so schnell wie möglich in Hamburg erstmals eine Aufführung mit Audiodeskription gibt", so Kunert.

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Kommentar von André Rabe | 07.03.2013

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