Atomdebatte ohne behinderte Menschen? Nein danke!

04.05.2011 (Kommentare: 0)

Berlin, 4. Mai 2011. Energiewende - ja oder nein? Nach der Atomkatastrophe in Japan ist die öffentliche Diskussion in vollem Gange. Wer mitreden möchte, braucht verlässliche Informationen. Behinderte Menschen bleiben aber außen vor, wenn sie sich auf der Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz informieren wollen. Denn die Behörde ist beim aktuellen BITV-Test mit dem Ergebnis "schlecht zugänglich" schlicht durchgefallen. "In der derzeitigen Form ist das Webangebot des Bundesamtes für Strahlenschutz hinsichtlich der Barrierefreiheit ein hoffnungsloser Fall", heißt es im Testbericht. "Hier hilft nur ein kompletter Relaunch."

Anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai fordert Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. (DBSV), die konsequente Beseitigung von Barrieren im Internet. "Behinderte Menschen sind keine Bürger zweiter Klasse. Wir haben ein Recht auf zugängliche Informationen", betont Reymann und bezieht sich damit auf die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. "Die öffentliche Verwaltung ist verpflichtet, ihre Webangebote barrierefrei zu gestalten. Verstößt sie gegen die gesetzlichen Vorgaben, ist dies ein öffentlicher Affront gegen behinderte Menschen", so die Präsidentin weiter.

Hintergrund: Der BITV-Test ist ein Verfahren für die umfassende und zuverlässige Prüfung der Barrierefreiheit von Webangeboten. Hinter dem Test steht BIK@work ("Barrierefrei informieren und kommunizieren am Arbeitsplatz") - ein Gemeinschaftsprojekt der Blinden- und Sehbehindertenverbände DBSV und DVBS sowie der DIAS GmbH, gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Testbericht zum Webangebot des Bundesamtes für Strahlenschutz unter www.bitvtest.de/tdm-bfs

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