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Barrierefreiheit: NDR und BSVH arbeiten zusammen
Der Norddeutsche Rundfunk will barrierefreier werden. Das heißt, dass die Angebote des NDR für alle Menschen zugänglich sein sollen. Zu diesem Zweck lud der Intendant der Rundfunkanstalt, Lutz Marmor, Vertreter von Behindertenverbänden ein. Vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) nahmen der zweite Vorsitzende Hilding Kißler und PR-Juniorberater Heiko Kunert an der Veranstaltung im Dezember teil.
Lutz Marmor wies darauf hin, dass der Rundfunk-Staatsvertrag den NDR zu mehr Barrierefreiheit verpflichtet. So würden derzeit zwölf bis fünfzehn Hörfilme pro Jahr produziert. Bei Hörfilmen werden Gesten, Mimik und visuelle Handlung für sehbehinderte und blinde Zuschauer beschrieben. Die Quote von untertitelten Sendungen für schwerhörige und gehörlose Menschen soll von derzeit 16 auf 30 Prozent in diesem Jahr gesteigert werden. Die Homepage ndr.de soll in diesem Jahr neu gestaltet werden, wobei die Richtlinien für barrierefreies Webdesign Marmor zufolge angewendet werden.
Hilding Kißler vom BSVH mahnte bei der Aussprache an, dass es häufig Text-Informationen im TV gibt, die für sehbehinderte und blinde Zuschauer nicht zugänglich sind. So würden z. B. Infos über Sendezeiten häufig nicht angesagt, sondern lediglich eingeblendet. Ausländische Dialoge in Serien und Fernsehfilmen würden zwar deutsch untertitelt, aber nicht akustisch übersetzt. Heiko Kunert forderte eine Steigerung der Hörfilm-Produktionen. Außerdem wies der BSVH-Mitarbeiter darauf hin, dass die neu geschaffene Mediathek im Internet in keiner Weise barrierefrei ist.
Es gibt also noch viel zu verbessern. Der NDR hat seit dem 1. Januar 2010 mit Michael Gessat einen Beauftragten für Barrierefreiheit. Mit ihm wird der BSVH zukünftig zusammenarbeiten und sich dafür stark machen, dass der Norddeutsche Rundfunk auch für seine sehbehinderten und blinden Zuhörer und Zuschauer attraktiv wird.
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