Geschichte

100 Jahre BSVH 1909 - 2009

1909

Briefkopf 1922

am 4. Januar, also zum 100. Geburtstag von Louis Braille wird der "Verein der Blinden von Hamburg und Umgebung" gegründet. "Der Verein bezweckt den Zusammenschluss der im Vereinsgebiet lebenden Blinden zu gemeinschaftlicher Verfolgung gesellschaftlicher Interessen. Der Zweck des Vereins besteht ferner darin, den Mitgliedern durch Rat und Nachweis von Tätigkeit behülflich zu sein" (§1 der Satzung).

1911

Um blinden Menschen eine Ausbildung zum Masseur zu ermöglichen, nimmt der Verein Gespräche mit dem Medizinalamt in Hamburg auf. Erst nach langen und zähen Verhandlungen kann diese Ausbildung beginnen.

1912

Die inzwischen zahlreich gegründeten Blindenvereine in den Ländern gründen als ihr Dach den Reichsdeutschen Blindenverband, RBV. Einer der Initiatoren ist Franz Walter Vogel, der 1. Vorsitzende des "Vereins der Blinden von Hamburg und Umgebung". Vogel übernimmt in den ersten Jahren auch den Vorsitz des RBV. Beide Organisationen arbeiten eng zu zusammen.

1915

Der "Verein der Blinden von Hamburg und Umgebung" veranstaltet gemeinsam mit dem RBV eine große Ausstellung im Curio-Haus. Es werden die Arbeiten blinder Handwerker verkauft, Konzerte blinder Musiker geboten und Hilfsmittel ausgestellt. Das eingenommene Geld kommt den im Krieg Erblindeten zugute.

1925

Auschnitt aus dem Mitgliedsbuch der Blindenerwerbsgenossenschaft Hansa

Der Verein gründet die Blindengenossenschaft Hansa. Die Genossenschaft muss sich in ihrer Anfangszeit gegen schwere Anfeindungen wehren, 1943 wird ihre Geschäftsstelle zerbombt. Sie zieht nach Timmendorfer Strand und wird erst 1970 aufgelöst.

1933 – 1945

Der Verein wird "gleichgeschaltet" und ein neuer Vereinsleiter wird eingesetzt. Die Satzung muss an das nationalsozialistische Gedankengut angepasst und von der Gestapo genehmigt werden. Der Verein verzichtet weitgehend darauf, Forderungen an die Gesellschaft zu stellen, Einschränkungen müssen hingenommen werden. Man konzentriert sich darauf, möglichst vielen blinden Menschen eine Arbeitstelle zu vermitteln, denn behinderte Menschen müssen sich als "vollwertige Mitglieder der deutschen Volksgemeinschaft" beweisen, um ihre Existenz zu rechtfertigen.

1947

Erste neue und wieder demokratische Satzung der Nachkriegszeit

1950

Deckblatt der Broschüre 50 Jahre Blindenverein Hamburg

Der Verein bezieht sein neues Vereinshaus in der Wagnerstraße. Die Geschäftstelle, Schulungs- und Veranstaltungsräume finden darin Platz.

1952

Aussenansicht Haus Sonneneck

Der Blindenverein Hamburg kann in Timmendorfer Strand im "Haus Sonneneck" Erholungsfürsorge für seine Mitglieder anbieten.

1960

Der weiße Stock wird in die Straßenverkehrzulassung aufgenommen.

1966

Aussenansicht Kulturhaus um 1970

Der Verein weiht in Lurup 44 Wohnungen für blinde Menschen ein, um ihnen eine weitgehend selbständige Lebensführung zu ermöglichen. Auf dem Gelände entsteht auch ein Kulturhaus, in dem Versammlungen, Kegelabende und kulturelle Veranstaltungen durchgeführt werden.

1971

Beitragsmarke aus den 70 er Jahren, rot mit weissem Symbol. Die Marke ist abgestempelt mit 3 DM

Nach langen Bemühungen ist der Verein erfolgreich - die Hamburger Bürgerschaft beschließt die Einführung des Landesblindengeldes. Es soll die erhöhten Lebenskosten blinder Menschen ausgleichen und ist eine wesentliche Hilfe zur sozialen Integration.

1980

Immer mehr Menschen werden immer älter und erleiden im Alter schwerwiegende Sehprobleme. Der Blindenverein reagiert darauf und bietet für spät erblindete Menschen besondere Rehabilitationskurse an.

1985

Deckblatt der Broschüre 75 Jahre Blindenverein Hamburg

Der Verein erwirbt vom DBV das Alfons-Gottwald-Haus, renoviert dieses zeitgemäß und baut damit die Erholungsfürsorge sowie seine Rehabilitationskurse aus.

1987

Um die ständig zunehmenden Herausforderungen bewältigen zu können, wird erstmals ein Geschäftsführer eingestellt. Das Grundprinzip von ehrenamtlicher Selbsthilfe bleibt erhalten.

1989

Deckblatt der Broschüre Zentrum der Blindenselbsthilfe Louis-Braille-Haus 4. Januar 1989

Der Verein bezieht im Holsteinischen Kamp ein größeres Haus, das Louis-Braille-Haus. Es bietet eine Hilfsmittelausstellung und eine Sozialberatung. Viele ehrenamtliche Mitglieder organisieren hier Veranstaltungen zu verschiedenen Themen aus Beruf, Medizin, Alltag und Kultur.

1990

Zum Aufbau einer aktiven Seniorenarbeit ("SEGeN" – Selbsthilfe-Engagement Gerontologie – eine Notwendigkeit" wird eine Seniorenberaterin angestellt.

1994

Deckblatt der Broschüre 85 Jahre Blindenverein Hamburg

findet die erste Ausstellung elektronischer Hilfsmittel statt.

1997

Da immer mehr hochgradig sehbehinderte Menschen zum BVH kommen, wird die Satzung angepasst und der Vereinsname erweitert auf: Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. – Selbsthilfeorganisation der Blinden und Sehbehinderten.

2000

Aussenansicht AURA-Hotel im Sommer

Das Alfons-Gottwald-Haus wird durch erneuten Umbau und eine völlige Umstrukturierung zum "AURA-Hotel Timmendorfer Strand" und setzt damit bundesweit neue Impulse in der Erholungsfürsorge für blinde und sehbehinderte Menschen.

2000

Durch eine weitere Satzungsänderung können jetzt auch sehbehinderte Menschen Mitglied werden.

2003

Nach Zukauf des Nachbargrundstücks erfährt das LBH eine erhebliche Erweiterung und völlige Umgestaltung. Die zahlreichen Angebote und Veranstaltungen werden übersichtlicher zusammengelegt und sind dadurch für alle Rat suchenden Menschen leichter erreichbar.

2005

Foto Louis-Braille-Center 2005

Aus dem Louis-Braille-Haus wird das Louis-Braille Center (LBC).

2007

Die erste Ausstellung "Durchblick" findet statt, ein Informationstag für sehbehinderte Menschen und ihre Angehörigen.

2009

Der BSVH hat um die 1.500 Mitglieder.